Zugbauer Bombardier Transportation weiter unter Druck – Mitarbeitern drohen Stellenabbau und Tarifkürzungen

Foto: Bombardier

Beim Zughersteller Bombardier Transportation drohen Tarifkürzungen und Stellenabbau. Laut Medienberichten drängt das Management auf eine weitere Sparrunde für die deutschen Standorte.

So sollen nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall Mitarbeiter auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Entgelterhöhungen verzichten. Sie sollen zudem länger arbeiten ohne finanziellen Ausgleich. Das geht aus einem Mitarbeiter-Rundschreiben der Gewerkschaft hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Um den „laufenden Verhandlungen nicht vorzugreifen“, wollte sich der Zughersteller laut einem Bericht des rbb nicht zu den konkreten Plänen äußern. Das Unternehmen räumte aber ein, dass „die Beteiligung der Beschäftigten an Kostensenkungen“ zum Konzept von Bombardier zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit gehöre. Einige der geplanten Maßnahmen seien „einschneidend“, wird Michael Fohrer, Deutschlandchef bei Bombardier Transportation, zitiert. Laut einem Bericht des Handelsblatts seien zudem 1.000 Arbeitsplätze in Gefahr.

Der Zugbauer steht in Deutschland unter Druck. In einem ungewöhnlichen Schritt forderten im Februar zahlreiche Kunden, dass Bombardier die Qualität seiner Produkte deutlich steigern und Vertragsbedingungen konsequent und fristgerecht einhalten müsse. Seit Jahren finde Bombardier keine Lösung, Liefer- und Qualitätsprobleme nachhaltig zu beseitigen, hieß es in einem Schreiben mehrerer Verkehrsverbände.

Die Zugsparte von Bombardier soll im kommenden Jahr vom französischen Konkurrenten Alstom für rund sechs Milliarden Euro übernommen werden. Das hatten beide Unternehmen Anfang 2020 angekündigt.

Alstom will Zugsparte von Bombardier für bis zu 6,2 Milliarden Euro übernehmen


red

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