Bundespolizei: Ungeeignetes Online-Attest befreit nicht von Tragepflicht eines Mund-Nasen-Schutzes im ÖPNV

Foto: Bundespolizei (Symbolbild)

Am frühen Mittwochabend (10. Juni) wurde eine 21-Jährige in der S-Bahn ohne Mund-Nasen-Schutz angetroffen. Ein vorgelegtes Online-Attest, das sie davon befreien sollte, erwies sich als ungeeignet.

Laut einer Mitteilung der Münchner Bundespolizei befand sich ein Beamter gegen 18:30 Uhr auf dem Weg zum Dienst in einem S-Bahn-Zug der Linie S6 in Richtung Zorneding. Am Marienplatz stieg eine Frau zu, die keinen Mund-Nasen-Schutz trug. Als der uniformierte Beamte die 21-jährige Deutsche darauf ansprach, entgegnete sie ihm, dass sie von der Pflicht befreit wäre, da sie über ein ärztliches Attest verfüge. Bei der Inaugenscheinnahme des mitgeführten Attestes entpuppte sich dieses als Online-Attest, dass ohne persönlichem Erscheinen bei einem Arzt ausgestellt worden war.

Weitere Recherchen der Bundespolizei ergaben, dass die Frau aus Rehau (Landkreis Hof) das Blanko-Attest aus dem Internet hatte. Ein Urologe aus dem Landkreis Kassel bot dieses Attest ohne Untersuchung zum Online-Download an. Laut Bundespolizeisprecher Wolfgang Hauner habe man dort nur den Namen und die Adresse eintragen müssen. Die Bundespolizei weist daraufhin, dass derartige Atteste ungültig seien und nicht vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in öffentlichen Verkehrsmitteln befreien.

Die 21-Jährige verhielt sich kooperativ und kam den Anweisungen der Bundespolizei nach. Sie wurde belehrt und wird wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetztes angezeigt. Zudem wurden Ermittlungen wegen Verstoßes gegen § 279 StGB, Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse, gegen sie eingeleitet.


red