Hand von Zug abgetrennt: Amtsgericht verurteilt Mann wegen Betruges

Foto: Thorben Wengert / Pixelio

Das Amtsgericht Dortmund hat am Mittwoch (10. Juni) einen Mann wegen Betruges zu einer Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. 

Dem 45-jährigen Angeklagten war im Oktober 2019 am Haltepunkt Bönen-Nordbögge (Kreis Unna) die linke Hand von einem anfahrenden Zug abgetrennt worden. Der Mann hatte seine Hand zuvor für rund sechs Millionen Euro bei mehreren Anbietern versichert.

Wie der WDR berichtet, glaubte der Richter dem Mann nicht, wonach der Vorfall ein Unfall gewesen sei. Laut den Schilderungen des 45-Jährigen wollte dieser die Gleise überqueren und sei dabei gestürzt. Seine Hand sei dann unter die Räder des Zuges geraten. Anschließend alarmierte der Mann selbst den Rettungsdienst. Im Krankenhaus musste die Hand durch die Ärzte bis zur Mitte des linken Unterarmes amputiert werden. Zum Zeitpunkt des angeblichen Unfalls war der Angeklagte bereits wegen Betruges vorbestraft und stand unter Bewährung.

Dem Bericht zufolge wirkte der Angeklagte auf den Richter auch nicht besonders glaubwürdig, weil er bereits früher einen ähnlichen Betrug versucht hatte. 2014 hatte er vorgetäuscht, ein Krokodil habe ihm im Australienurlaub in die Hand gebissen – in Wirklichkeit hatte er die Verletzungen mit zwei Nagelbrettern verursacht. Damals konnte die Hand gerettet werden.


red