Deutsche Schienenhilfe: Flachstellen an Güterwagen sollten „als Ordnungswidrigkeit angesehen werden“

Foto: Bahnblogstelle / Wikipedia / Oberstromanzeige

Die Deutsche Schienenhilfe fordert Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zu mehr Handeln in Sachen Lärmschutz an Bahnstrecken auf.

Nach Ansicht der Initiative, die sich für einen sicheren und leisen Güterverkehr einsetzt, sollten beispielsweise Flachstellen an Güterwagen ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 „als Ordnungswidrigkeit“ angesehen werden. „Die Wagenhalter müssen für deren Sicherheit verantwortlich sein“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Schienenhilfe.

Auch beklagen die Vertreter der Initiative, dass die Lärmmessungen des Bundesverkehrsministeriums (BMVI), die vor einigen Jahren begonnen wurden, immer noch nicht richtig funktionieren würden. Es werde zu langsam und zu wenig gemessen, heißt es. Laut der Deutschen Schienenhilfe deckten die bislang 19 Messstationen derzeit nur knapp 70 Prozent des gesamten Schienengüterverkehrs ab – erforderlich seien aber 100 Prozent. Gut sei hingegen, dass die Lärmmessungen der jeweiligen Standorte zeitnah auf → laerm-monitoring.de veröffentlicht werden.

Um den Lärmschutz zu verbessern, müssen alle aktiven Güterwagen bis Jahresende mit modernen, lärmarmen Bremssohlen ausgerüstet sein. Dadurch soll der Lärm eines vorbeifahrenden Güterzuges rund zehn Dezibel niedriger sein als zuvor, was vom menschlichen Ohr als Halbierung wahrgenommen wird. Außerdem investieren der Bund und die Deutsche Bahn seit Jahren auch in andere Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnstrecken.


red