Verkehrsministerium Baden-Württemberg: Bau des Bahnhofs Merklingen liegt im Zeitplan

Grafik: Ing. Büro H. Vössing GmbH

Der Bau des Bahnhofs Merklingen liegt nach Angaben des baden-württembergischen Verkehrsministeriums im Zeitplan. Der Regionalbahnhof ist eine wichtige Zukunftsinvestition für die Region und ein Baustein für die Verkehrswende.

Pressemitteilung Verkehrsministerium Baden-Württenberg

Beim Bau des Regionalbahnhofs Merklingen stehen die Signale weiterhin auf Grün. Trotz coronabedingter Einschränkungen bei der Bautätigkeit kann der Zeitplan bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2022 eingehalten werden. Davon haben sich Verkehrsminister Winfried Hermann und der Geschäftsführer der DB Projektgesellschaft Stuttgart–Ulm Manfred Leger gemeinsam mit Vertretern der Region, darunter der Landrat des Alb-Donau-Kreises, Heiner Scheffold, sowie der Vorsitzende des kommunalen Zweckverbandes, der Laichinger Bürgermeister Klaus Kaufmann, am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Termin überzeugt.

Zukunftsweisendes Projekt und große wirtschaftliche Chance

Für Verkehrsminister Hermann hat sich das Engagement aller Projektbeteiligten gelohnt, den Bahnhof noch in den gemeinsamen Bauablauf für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm und die Autobahn A 8 zu integrieren. „Der Baufortschritt ist auch ein sichtbares Zeichen für die Verkehrswende in Baden-Württemberg. Dieses zukunftsweisende Projekt schließt eine ganze Region an den Schienenverkehr an und lässt Ulm und Stuttgart näher heranrücken. Der Bahnhof Merklingen ist ein wichtiger Baustein, um das Bahnfahren durch die verkürzten Fahrzeiten immer attraktiver zu machen und so die Straßen zu entlasten. Darüber hinaus bietet der Regionalbahnhof für die Region große wirtschaftliche Chancen. Mit den neuen schnellen Bahnverbindungen wird die Albregion auch für Familien eine attraktive Wohnregion“, erläuterte Hermann.

Der Geschäftsführer der DB Projektgesellschaft Stuttgart–Ulm, Manfred Leger, sagte: „Der Bahnhof Merklingen ist ein Paradebeispiel für funktionierendes und übergreifendes Projektmanagement. Das Land, der Landkreis, die Kommunen hier auf der Schwäbischen Alb und die Deutsche Bahn haben an einem Strang gezogen und das Projekt in Rekordzeit realisiert. Infrastrukturprojekte in Deutschland werden immer dann eine Erfolgsgeschichte, wenn die Beteiligten so zielgerichtet zusammenarbeiten, wie es hier der Fall war.“

Schienenanschluss an Stuttgart und Ulm

Für den Zweckverband „Region Schwäbische Alb“ sagte dessen Vorsitzender Klaus Kaufmann: „Mit dem Bahnhof Merklingen-Schwäbische Alb ist uns allen gemeinsam gelungen, was keiner für möglich gehalten hatte. Unsere ganze Region wird dadurch in absehbarer Zeit von den Vorteilen eines schnellen Schienenanschlusses an den Ballungsraum Stuttgart, an die Stadt Ulm und nicht zuletzt an die Messe und den Flughafen Stuttgart profitieren. Wir werden jetzt mit unserer Bevölkerung zusammen die Entwicklungschancen, die sich unserer Region dadurch bieten, zum Wohle aller entwickeln. In Kürze wird dazu als Arbeitsgrundlage eine Zukunftsstudie für unsere gesamte Region in Auftrag gegeben, um anschließend die Bevölkerung in die Planungen mit einzubeziehen.“

Landrat Scheffold betonte: „Der Alb-Donau-Kreis möchte die Verkehrswende und arbeitet intensiv daran. Die Bahn und der neue Bahnhof in Merklingen sind dabei zentrale Bausteine, ebenso wie unser Regio-S-Bahn Konzept. Die Verkehrswende kann nur gemeinsam gelingen. Der Bahnhof Merklingen ist ein leuchtendes Beispiel dafür.“ Die in jüngster Vergangenheit entstandenen Schäden durch Vandalismus verurteilten alle Projektpartner. Gemeinsam wird an einem zukunftsfähigen Konzept gearbeitet, um den Bahnhof langfristig vor weiterem Beschädigungen zu schützen.

Land investiert bis zu 40 Millionen Euro

Das Land, die Deutsche Bahn (DB) und der von den Kommunen auf der Laichinger Alb für dieses Projekt gegründete Zweckverband „Region Schwäbische Alb“ hatten am 2. Dezember 2016 den Bau des neuen Bahnhofs Merklingen–Schwäbische Alb an der künftigen Schnellbahntrasse von Stuttgart nach Ulm vertraglich vereinbart. Der Startschuss für die umfangreichen Erd- und Streckenarbeiten erfolgte im Mai 2017, der Spatenstich fand im März 2019 statt.

Die neue Station liegt an der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm und soll zusammen mit dieser in Betrieb gehen. Es werden zwei zusätzliche Gleise mit 210 Meter langen Außenbahnsteigen errichtet, die barrierefrei erschlossen werden. Der Anschluss an die Straße erfolgt über eine Zufahrt von der Kreisstraße 7407 (Merklingen–Hohenstadt). Auf dieser Seite wird auch eine Park&Ride-Anlage sowie Infrastruktur für den Busverkehr und für Bike&Ride entstehen. Diese Erschließung wird durch Zweckverband „Region Schwäbische Alb“ geplant und realisiert. Die Finanzierung des Gesamtprojekts erfolgt mit bis zu 40 Millionen Euro durch das Land sowie durch einen gemeinsamen Finanzierungsbeitrag der umliegenden Kommunen und des Alb-Donau-Kreises in Höhe von zusammen 13 Millionen Euro.

Eine gesamtwirtschaftliche Bewertung unter Berücksichtigung regionalwirtschaftlicher Effekte hat erhebliche positive Impulse für die wirtschaftliche sowie für die demografische Entwicklung dieser ländlichen Region auf der Schwäbischen Alb aufgezeigt. Grund dafür sind die enormen Fahrzeitverkürzungen. Vom Bahnhof Merklingen kommen die Fahrgäste künftig mit stündlich verkehrenden Regionalexpresszügen in gut zehn Minuten nach Ulm. Mit der von der DB für Ende 2025 geplanten Inbetriebnahme des neuen Bahnknotens Stuttgart 21 verkürzt sich die Fahrzeit auf rund 35 Minuten zum Stuttgarter Hauptbahnhof und auf rund 20 Minuten zum Flughafen und zur Messe.


red

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