Knorr-Bremse und RDZ entwickeln neue Highspeed-Züge für Russland

Foto: Siemens Mobility (Archiv)

Der Technikkonzern Knorr-Bremse, die Russischen Eisenbahnen RZD und das russische Engineering Center for Railway Transport (ECRT) haben eine strategische Partnerschaft zur Entwicklung der nächsten Generation von Hochgeschwindigkeitszügen geschlossen. 

Wie die RZD und Knorr-Bremse mitteilen, sollen die künftigen Züge die größten Städte des Landes mit Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h verbinden. „Wir sind stolz, als globaler Technologieführer Teil dieses zukunfts- und prestigeträchtigen Mobilitätsprojekts für den russischen Schienenverkehr zu sein“, sagt Dr. Jürgen Wilder, Mitglied des Vorstands der Knorr-Bremse AG und verantwortlich für die Division Schienenfahrzeuge. „Die Investitionen Russlands in hochmoderne Schieneninfrastruktur unterstreichen die zentrale Rolle der Eisenbahn als sicheres, hochverfügbares und effizientes Verkehrsmittel.“ Der Bahntechnikhersteller soll im Rahmen einer ersten Projektphase seine „umfassende Systemkompetenz in die Bestimmung der Konstruktionsanforderungen“ einbringen, heißt es in einer Mitteilung.

Man freue sich darauf, an der Konzeptionierung der russischen Hochgeschwindigkeitszüge von morgen mitzuwirken, ergänzt Harald Schneider, Mitglied der Geschäftsführung der Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH und verantwortlich für das Geschäft des Unternehmens in der GUS-Region. „Langfristig werden wir unsere Partner auch bei der Vermarktung der neuen Generation unterstützen, indem wir sie für die Region mit 1.520 Millimetern Spurweite lokalisieren.“


Aktuell kommen in Russland Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Sapsan (Velaro RUS) des Herstellers Siemens Mobility zum Einsatz. 2019 wurden 13 weitere Züge bestellt. | Foto: Siemens Mobility (Archiv)

Als Projektpartner werde Knorr-Bremse seine Expertise in der Mitentwicklung und Ausrüstung von Zugplattformen im Highspeed-Segment einbringen. Das Unternehmen verfügt über umfassendes technisches Know-how im Bereich pneumatischer Hochleistungsbremssysteme sowie hochmoderner Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme (HVAC) für optimierte Energieeffizienz und verbesserten Passagierkomfort. Darüber hinaus bietet der Bahntechnikhersteller langjährige und umfassende Erfahrungen bei Einstiegssystemen mit erhöhter Druckdichtigkeit für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb.

Das ECRT war bereits vor Abschluss der Partnerschaft durch die RZD und Sinara Transport Machines gegründet worden, um die Weiterentwicklung des Schienen- und speziell des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen urbanen Ballungsräumen in Russland voranzutreiben. Für die Züge der zukünftigen Generation mit Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h und mit anvisiertem Betriebsbeginn ab 2026 hat die RZD zudem den Bau einer neuen Strecke angekündigt.

Bereits heute verkehren zwischen den beiden Wirtschaftszentren Moskau und Sankt Petersburg sowie zwischen Moskau und der fünftgrößten Stadt Russlands, Nischni Nowgorod, 16 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Sapsan (Velaro RUS) des Herstellers Siemens Mobility. Mit einer Bestellung weitere Züge aus dem Jahr 2019 desselben Typs wächst die Flotte in den kommenden Jahren um 13 zusätzliche Fahrzeuge. Der gesamte Bestand an Sapsan-Zügen inklusive Neufahrzeugen ist mit Bremssystemen, Einstiegs- und Klimasystemen sowie Scheibenwischern und Leistungselektronik von Knorr-Bremse ausgerüstet.


red