FDP erfragt Hintergründe zum Bahnunfall auf der Rheintalstrecke bei Auggen

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Die FDP-Bundestagsfraktion hat sich im Rahmen einer kleinen Anfrage bei der Bundesregierung zu den Hintergründen des Bahnunfalls vom 2. April auf der Rheintalstrecke erkundigt.

Die Liberalen wollten wissen, welche Ursache zu dem Zugunglück führte und welche wirtschaftlichen Folgen die Sperrung der Bahnstrecke für die betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen hatte. Damals war es infolge des schweren Unfalls bei Auggen in Baden-Württemberg zu einer knapp einwöchigen Umleitung des Zugverkehrs gekommen. Bei dem Unfall, der sich an der im Rückbau befindlichen Straßenüberführung „Fischerpfad“ ereignete, war ein Güterzug der „rollenden Landstraße“ mit einem abgestürzten Brückenteil kollidiert. Der 51-jährige Lokführer verunglückte tödlich.

Die derzeitigen Ermittlungen zum genauen Unfallhergang führt die zuständige Staatsanwaltschaft. Sie geht der Frage nach, warum das gesicherte Brückenelement herabgestürzt ist. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, untersucht aber auch die für Eisenbahnunfälle zuständige Bundesbehörde. Nach Angaben der Regierung habe die Deutsche Bahn der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) „bereits umfängliche Unterlagen zugeliefert“. Nach Auskunft der BEU sei die alte Straßenüberführung für den Rückbau vorbereitet worden. Im Rahmen dieser Arbeiten hatten auch schon „Freischnittmaßnahmen“ stattgefunden. „Nach den aktuellen Erkenntnissen war der Brückenüberbau mit einer Kippsicherung versehen“, heißt es in der Vorlage weiter. Zum Zeitpunkt des Unfalls hätten keine Arbeiten an der Brücke stattgefunden.

Nach Auskunft der Deutschen Bahn habe es trotz der Streckensperrung infolge des Unglücks bei der DB Cargo AG „weder betriebliche, noch wirtschaftlich signifikante Effekte“ gegeben. Wie aus der Antwort der Regierung an die FDP weiter hervorgeht, habe die Sperrung auch auf den Fernverkehr der Deutschen Bahn „keine signifikanten Auswirkungen auf die Umsätze gehabt.“ Im Regionalverkehr sei ab dem Tag des Unfalls ein Ersatzverkehr eingerichtet gewesen. Ob es bei den nicht bundeseigenen Bahnen zu wirtschaftlichen Auswirkungen kam, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

Der Regionalbereich Südwest der DB Netz AG verzeichnete infolge der Streckensperrung einen Erlösausfall von rund 250.000 Euro. Die unter Berücksichtigung bundesweiter Netzwirkungen verursachten Erlösausfälle werden mit rund einer Million Euro angegeben. Für die Beseitigung der Unfallschäden waren dem Schienennetzbetreiber der Deutschen Bahn bis zum 20. Mai zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 800.000 Euro entstanden.

Einzelne Züge konnten über Frankreich umgeleitet werden. Aufgrund der „üblichen Herausforderungen“, bspw. fehlende Sprachkenntnisse, konnten nicht alle Züge die Ausweichstrecken über Frankreich nutzen. Innerhalb Deutschlands habe es hingegen „keine Einschränkungen im Zugang auf den Umleitungsstrecken“ gegeben.


red