Streckenausbau Berlin–Stettin soll 2021 starten – 20 Minuten Reisezeitverkürzung ab 2026

Foto: DB AG / Oliver Lang

Der Bahnausbau zwischen Angermünde und Stettin soll im kommenden Jahr starten. Der Bund stellt für den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke zwischen Angermünde und der deutsch-polnischen Grenze rund 380 Millionen Euro zur Verfügung. Zusätzlich beteiligen sich die Länder Berlin und Brandenburg mit insgesamt 100 Millionen Euro an dem Vorhaben, um einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau zu ermöglichen.

In Angermünde wurde am Donnerstag verabredet, dass die Bauarbeiten zwischen 2021 und 2026 laufen sollen. Die gesamte Strecke wird für Tempo 160 ertüchtigt und durchgehend elektrifiziert. Zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze verlegt die Deutsche Bahn ein zweites Gleis. Fünf Bahnstationen in der Uckermark werden modernisiert. Nach Fertigstellung verbindet die Eisenbahn die Metropolen Berlin und Stettin in 90 Minuten, 20 Minuten schneller als heute. Auch aus der Uckermark geht es künftig schneller nach Berlin und Stettin.

„Das wird eine leistungsfähige, attraktive Verbindung, die beide Metropolregionen und auch die Kommunen und Menschen an der Strecke enger zusammenrückt“, erklärt DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, ergänzt: „Mit der elektrifizierten und erstmals seit 1945 wieder durchgehend zweigleisig ausgebauten Strecke verbinden wir Berlin zeitgemäß mit der wichtigen polnischen Hafenstadt Stettin. Es ist die dritte grenzüberschreitende Strecke, die wir fit machen – nach dem elektrifizierten Grenzübergang in Frankfurt/Oder und dem Übergang bei Horka. Deutschland und Polen wachsen weiter zusammen.“

2013 starteten die Planungen für einen ersten Ausbau-Abschnitt zwischen Angermünde und Passow. Für diesen Abschnitt erwartet die Deutsche Bahn im kommenden Jahr die Baugenehmigung, anschließend sollen die Arbeiten beginnen. Für den Abschnitt zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze werde jetzt der zweigleisige Ausbau geplant, hier sei der Start der Bauarbeiten für 2024 vorgesehen.

DB-Angaben zufolge arbeitet auch die polnische Seite am Ausbau des Abschnitts zwischen der Grenze und Stettin. Die Bahnstrecke schaffe einen Lückenschluss im transeuropäischen Verkehrsnetz und soll so vier große europäische Verkehrsachsen zwischen Skandinavien und dem Baltikum sowie Südosteuropa und dem Mittelmeerraum verbinden.


red