Schweiz: Modernisierung der SBB-Lokflotte vom Typ Re 460 sorgt für Energieeinsparung

Foto: SBB

Bis 2022 werden insgesamt 119 Lokomotiven der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) vom Typ Re 460 modernisiert und sollen dann deutlich weniger Strom verbrauchen.

Die SBB investiert dafür rund 270 Millionen Franken. Begonnen haben die Arbeiten bereits 2017. SBB-Angaben zufolge sind mittlerweile 66 Fahrzeuge technisch erneuert worden. Ziel der Modernisierung ist es, den Energieverbrauch der Triebfahrzeuge zu verringern. Und eine Auswertung von über 100.000 Fahrten habe bereits gezeigt, dass die Loks tatsächlich deutlich weniger Strom verbrauchen, teilen die SBB mit.

Erreicht wird dies maßgeblich dank neuer Traktionsumrichter des Herstellers ABB der neuesten Generation, welche die Fahrmotoren mit notwendiger Energie speisen und Bremsenergie zurückgewinnen. Hinzu kommen weitere Effizienzmaßnahmen wie etwa die neuen Druckluftversorgungsanlagen.

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Einsparung so hoch wie der Stromverbrauch von 10.000 Haushalten

Mittlerweile liegen laut der SBB erste Auswertungen zum Energieverbrauch vor: Mit Abschluss der Modernisierung werde die Flotte 29,9 GWh Bahnstrom oder 3,3 Millionen Franken Energiekosten jährlich einsparen, heißt es. Das seien fast 5 GWh mehr als ursprünglich erwartet. Die Einsparung entspricht insgesamt dem jährlichen Stromverbrauch von 10.000 Haushalten – vergleichbar also mit dem Verbrauch der Stadt Olten. Um die Höhe der Energieeinsparungen im täglichen Betrieb zu ermitteln, wurde während eines halben Jahres der Energieverbrauch von über 100.000 Fahrten der Loks ausgewertet.

Neben den neuen Traktionsumrichtern werden weitere Energiesparmassnahmen getestet und umgesetzt. Dazu zählt eine Anpassung bei der Transformatorkühlung der Lok. Neu werden die Ventilatoren bei abgestellten Loks nach Bedarf gesteuert, was ebenfalls zu Energieeinsparungen führt. Schließlich testet die SBB seit einigen Monaten bei der Re 460 auch einen so genannten Teillastbetrieb: Dank einer Softwareanpassung können die Motoren bei ausreichender Antriebsleistung in einem Drehgestell ausgeschaltet werden. Drei Re 460 Loks sind aktuell mit dieser neuen Funktion ein Jahr testweise unterwegs, damit die mechanischen Herausforderungen beurteilt werden können. Entwicklung und Test des Teillastbetriebs wurden vom Bundesamt für Verkehr (BAV) finanziell unterstützt.

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Die bereits modernisierten Loks sind von außen am neuen 3D-Frontsignet und am mit Klarlack lackierten Lokkasten zu erkennen. Nach der Modernisierung soll die Flotte noch für weitere 20 Jahre energieeffizient und zuverlässig im Einsatz verbleiben.


red