Über 400 Mio. Euro für die Schiene – Freistaat Bayern und Deutsche Bahn vereinbaren Investitionspaket

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Anfang des Jahres haben der Bund und die Deutsche Bahn eine neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV III) für den Zeitraum von 2020 bis 2029 in Höhe von 86 Milliarden Euro geschlossen. Die Eckdaten für den Neu- und Ausbau im Freistaat Bayern haben die zuständige Landesverkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) und DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla am Montag in München vorgestellt.

Rund 436 Millionen Euro sollen zusätzlich in Projekte des bayerischen Schienennetzes fließen. Damit erhöhe sich die Investitionssumme gegenüber den zurückliegenden Jahren jährlich um 16 Prozent. „Mit den zusätzlichen Mitteln bauen wir in Bayern den Nahverkehr weiter aus und sorgen so für bessere Verbindungen zwischen Stadt und Land sowie in den Ballungsräumen“, erklärte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla.

Der Öffentliche Nahverkehr sei essentiell für die Gesellschaft. Die Ministerin verfolgt daher das Ziel, „dass wir überall in Bayern ein attraktives Angebot im Öffentlichen Nahverkehr haben, damit mehr Menschen ihn nutzen.“ Dafür brauche es eine starke Infrastruktur, vor allem auf der Schiene. „Deswegen freue ich mich, dass die Deutsche Bahn in Abstimmung mit uns in den nächsten Jahren viel Geld investiert, damit Bahnhöfe, Gleise und Signale im ganzen Freistaat noch leistungsfähiger werden. Und zudem stützt das gerade in Corona-Zeiten unsere Bauindustrie!“, sagte Bayerns Verkehrsministerin Schreyer.

Die Mittel aus dem Förderprogramm sollen in einzelne Großprojekte wie den Streckenausbau zwischen München und Lindau, vor allem aber in kleinere Maßnahmen auf Nebenstrecken fließen. „Wir denken vom Fahrgast her und haben uns deswegen gefragt, mit welchen Neu- und Umbaumaßnahmen wir die Nahverkehrsverbindungen verbessern, stabiler und attraktiver machen können“, so Schreyer weiter.

Konkret soll in den nächsten Jahren unter anderem an folgenden Projekten geplant und gearbeitet werden:

      • Neubau von Bahnstationen, beispielsweise in Lindau (Festlandsbahnhof), Würzburg (Heidingsfeld-Ost), Regensburg (Walhallastraße) und Brunnen (Station der Paartalbahn)
      • Maßnahmen zur Barrierefreiheit, unter anderem in Senden, Marktoberdorf und Seefeld-Hechendorf
      • Einbindung von reaktivierten Strecken ins DB-Netz durch Baumaßnahmen an Schnittstellen, wie dem Bau eines neuen Kreuzungsbahnhofs in Langlau
      • Kleinere Elektrifizierungsmaßnahmen auf den Strecken Wasserburg – Ebersberg, Pfronten-Steinach – Landesgrenze zu Tirol und dem zweiten Gleis auf dem Damm zur Insel Lindau
      • Streckenertüchtigungen und -beschleunigungen wie bei der Rottalbahn (Mühldorf – Passau), der Gäubodenbahn (Neufahrn – Bogen), der Gräfenbergbahn (Nürnberg – Gräfenberg), der Aischgrundbahn (Neustadt a.d. Aisch – Steinach), der Paartalbahn (Augsburg – Ingolstadt) und dem Oberlandnetz (Strecken nach Bayrischzell und Lenggries)

Ministerin Schreyer: „Wir sind klug beraten, dass wir nicht mit einer abgeschlossenen, sondern mit einer atmenden Liste in diese lange Förderperiode gehen. Das ist vorausschauend, denn Staatsregierung und Deutsche Bahn wollen schließlich handlungsfähig für neue Entwicklungen und Projekte bleiben. Ich bin mir sicher, dass wir so die Schieneninfrastruktur einen großen Schritt voranbringen und so auch zum Erreichen der Klimaziele beitragen.“

Auch über die Projekte aus dem genannten Investitionspaket hinaus werde nach Angaben des Ministeriums weiter am Ausbau der für den Nahverkehr relevanten Schieneninfrastruktur in Bayern gearbeitet. Basis dafür seien die stark erhöhten Mittel zur Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, GVFG) und weitere Sondermittel, die der Bund der DB zur Verfügung stellt.


red