Ab 2022 kommen 30 neue ICE auf die Schiene – DB-Konzern investiert eine Milliarde Euro in Flottenausbau

Foto: DB AG / Siemens Mobility (Visualisierung) | aktualisiert am 15. Juli 2020, 12:53 Uhr

Die Deutsche Bahn bestellt neue Hochgeschwindigkeitszüge und erweitert damit ihre bestehende Fernverkehrsflotte um weitere 30 Fahrzeuge. DB-Chef Richard Lutz, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und der stellvertretende Siemens-Chef Roland Busch haben am Mittwoch den Vertrag über die Bestellung unterzeichnet.

Der Auftrag für die neuen Züge vom Typ Velaro hat ein Volumen von einer Milliarde Euro. Die neuen 320 km/h schnellen ICE sind mehrsystemfähig und sollen ab 2022 zuerst zwischen Nordrhein-Westfalen und München über die Schnellfahrstrecke Köln/Rhein-Main zum Einsatz kommen. Das Platzangebot für die Fahrgäste im DB Fernverkehr wächst mit den neuen Zügen um 13.000 zusätzliche Sitze.

„Unsere Flotte bekommt mit dem neuen ICE modernen Zuwachs. Schon Ende 2022 profitieren unsere Fahrgäste von mehr Sitzplätzen, mehr Komfort und mehr Tempo“, freut sich Bahnchef Lutz. „In den nächsten Jahren wächst die gesamte DB-Flotte im Fernverkehr um 20 Prozent. Auch wenn die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist, spricht auf längere Sicht alles für die klimafreundliche Schiene.“

Bundesverkehrsminister Scheuer: „Die neuen hochmodernen ICE machen das Bahnfahren noch einmal deutlich attraktiver – auch weil leistungsstarke Hochgeschwindigkeitszüge neben der Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Deutschlandtakts sind. Die Bahn wird damit mehr und mehr zu einer klimafreundlichen Alternative im Fernverkehr. Außerdem ist der Auftrag ein starker Konjunkturimpuls und deshalb ein gutes Signal für viele Angestellte in der Bahnindustrie und ihre Familien. Mit einem Auftrag in dieser Größenordnung sichern wir tausende Arbeitsplätze und stärken Innovationen made in Germany.“

„Wir helfen der Deutschen Bahn, den Masterplan für die Transformation des Verkehrssektors umzusetzen. Ziel ist, die CO2-Emissionen massiv zu reduzieren und gleichzeitig mehr Menschen in öffentliche Verkehrsmittel zu bringen“, sagt Siemens-Vorstand Busch. „Siemens und die DB verbindet eine langjährige und sehr erfolgreiche Partnerschaft. Die wichtigste Anforderung bei dem ICE-Auftrag war, dass die Züge sehr schnell auf die Schiene kommen. Genau das schaffen wir, indem wir unsere bewährte Velaro-Plattform einsetzen.“

Bis 2026 werden insgesamt 421 ICE-Züge mit rund 220.000 Sitzplätzen im deutschen Netz unterwegs sein. Und für den neuen ICE gibt es neben den bestellten 30 Zügen die Option auf weitere 60 Fahrzeuge. Der neue ICE wird an den Siemens-Standorten in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Österreich gefertigt.

Die Deutsche Bahn nutzt bereits 17 vorhandene Züge vom Typ ICE 3 Velaro D (Baureihe 407), die zwischen 2009 und 2012 gebaut wurden und seit vielen Jahren im Einsatz sind. Auch wenn der neue Zug technisch auf der gleichen Plattform basiert, machten Lutz und Busch deutlich, dass der Nachfolger einige Neuerungen umfasst. Mehr Komfort sollen beispielsweise frequenzdurchlässige Scheiben für stabilen Mobilfunkempfang und Fahrradstellplätze in jedem Zug bieten. Die Anzahl der Sitzplätze im neuen ICE liegt bei 440 pro Fahrzeug. Züge der Velaro-Plattform verkehren seit 2007 unter anderem auch in China, Russland, Spanien und der Türkei.


red