Regionalzug überfährt auf Schienen liegende Betonteile – Bundespolizei stellt Tatverdächtige

Foto: Bundespolizei (Symbolbild / Archiv) | aktualisiert am 23. Juli 2020, 4:51 Uhr

Auf der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Wutzen im Bereich der sächsischen Gemeinde Machern hat ein vollbesetzter Regionalzug am Montag (20. Juli) um kurz vor 17 Uhr im Gleis liegende Betonteile überfahren.

Als der Lokführer einen Schlag bemerkte, leitete er umgehend eine Schnellbremsung ein und informierte die Bundespolizei. Anschließend setzte der Zug seine Fahrt nur noch langsam bis zum Bahnhof Wurzen fort. Dort mussten die Fahrgäste aussteigen und ihre Reise mit einem anderem Zug fortsetzen. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand. Der Triebfahrzeugführer stellte an den Rädern des Triebzuges jedoch „erhebliche Schäden“ fest. Die genaue Höhe des Sachschadens konnte von der Polizei noch nicht beziffert werden.

Nach Angaben der Ermittler konnten Beamte in der Nähe der Gleise in Machern einen 18-jährigen Jugendlichen und zwei 13-jährige Kinder feststellen. In einem mitgeführten Rucksack fanden die Bundespolizisten eine kleine Betonplatte und Steine. Das Smartphone des Jugendlichen wurde als Beweismittel sichergestellt.

Die Bundespolizei Leipzig hat ein Ermittlungsverfahren wegen Gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Ob ein möglicher Zusammenhang mit vergangenen Vorfällen bestehen könnte, ist ebenfalls Gegenstand der weiteren Ermittlungen.

Weiterer Vorfall auf Bahnstrecke Lüneburg–Hamburg

Einen ähnlichen Vorfall dieser Art gab es einige Tage zuvor auch auf der Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Hamburg. Laut einer Mitteilung der Bundespolizeiinspektion Bremen hatten zwei Jungen im Alter von 9 und 13 Jahren bei Winsen (Luhe) in Niedersachsen Schottersteine auf die Schienen gelegt. Ein Metronom-Zug überfuhr die aufgelegten Steine am Nachmittag des 15. Juli. Der Triebfahrzeugführer vermutete zunächst einen Schienenbruch. Ein Techniker der Deutschen Bahn traf Kinder an der Strecke an und stellte Steinmehlspuren auf den Schienenköpfen fest. Bundespolizisten begleiteten die Kinder nach Hause. Den Jungen waren die Gefahren und die Folgen ihrer gefährlichen Eingriffe in den Bahnverkehr nicht klar. Aufgrund einer erforderlichen Streckensperrung verspäteten sich insgesamt 28 Züge.

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red