Bahngewerkschaften sprechen von „Denunziation“ – Deutsche Bahn äußert sich nach misslungenem Tweet

Foto: Pixabay / Screenshot Twitter

Seit einigen Tagen zeigen sich zahlreiche Bahnmitarbeiter in den sozialen Medien verärgert über ihren Arbeitgeber. Grund dafür ist ein Twitter-Post der Deutschen Bahn, der Reisende dazu aufgefordert hat, DB-Beschäftigte zu melden, wenn sie ohne Mund-Nasen-Schutz gesehen werden.

Auch die beiden Gewerkschaften GDL und EVG haben sich bereits mit ordentlich Kritik zu Wort gemeldet und verlangen vom DB-Konzern eine „nachvollziehbare“ und „erreichbare“ Entschuldigung für alle betroffenen Mitarbeiter. Für die Arbeitnehmervertreter sei der Tweet eine „Aufforderung zur Denunziation“ und „an Schäbigkeit kaum zu überbieten.“

Bei der Deutschen Bahn versucht man nun offenbar – zumindest nach außen – die Wogen zu glätten und die eigenen Mitarbeiter zu besänftigen. Wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage erklärt, sei hier „mit einem Standardtext leider schlicht und einfach falsch geantwortet worden.“ Dafür wolle man sich entschuldigen. Die Posts seien inzwischen gelöscht worden. „Richtig ist erstens: Wir weisen unsere Mitarbeiter allein über die internen Dienstwege an, der Maskenpflicht nachzukommen. Und richtig ist zweitens, was auch immer wieder öffentlich gewürdigt worden ist: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten gerade in diesen Monaten Großartiges und halten den Verkehr auf der Schiene aufrecht“, so der Bahnsprecher weiter.

Unsere Nachfrage, wie diese Debatte intern aufgenommen wird und wie viele Beschwerden von Bahnkunden zu dieser Thematik bereits vorliegen, ließ das Unternehmen bislang unbeantwortet. Auch auf die Frage, mit welchen Folgen Mitarbeiter bei Nichtbeachtung der Maskenpflicht zu rechnen haben, wollte die DB-Pressestelle nicht eingehen.


red