Bahn-Chef Lutz: Hartnäckige Maskenverweigerer müssen Zug notfalls verlassen

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Eigentlich gilt seit Monaten im öffentlichen Personenverkehr die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Doch nicht immer halten sich auch alle Fahrgäste daran. Die Deutsche Bahn will nun im Notfall mit Unterstützung der Bundespolizei härter durchgreifen. 

Hartnäckige Maskenverweigerer müssen in Zukunft wohl eher damit rechnen, den Zug zu verlassen. Das zumindest kündigte DB-Chef Richard Lutz am Donnerstag gegenüber den Sendern ntv und RTL an. Im Konfliktfall könnte das Zugpersonal die Weiterfahrt untersagen. „Da gibt es klare Anweisungen an unsere Kolleginnen und Kollegen in den Zügen, dass dann, wenn das nachhaltig ein Konflikt ist mit dem Maskentragen, wir gemeinsam mit der Bundespolizei den Beförderungsausschluss auf den Weg bringen“, so Lutz. Das müsse allerdings die Ausnahme bleiben, betonte der Bahn-Chef zugleich. „Die direkte Ansprache der Fahrgäste, dass sie bitte Maske tragen mögen, wirkt normalerweise.“

Lutz stehe nach eigener Aussage viel mit Zugchefs und Zugbegleitern in Kontakt – und von dort höre er, dass die Maskenverweigerer Einzelfälle seien. „Wir rechnen damit und hoffen sehr, dass unsere Kunden nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Schutz der anderen Fahrgäste dieses Grundprinzip der gemeinsamen Solidarität aufrechterhalten.“

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Die Deutsche Bahn stand in letzter Zeit häufig in der Kritik, weil das Unternehmen die Maskenpflicht nicht konsequent genug durchgesetzt hatte. Aus Sicht des DB-Konzerns seien allerdings allein die Behörden und nicht die Zugbegleiter für die Ahndung von Verstößen gegen Behördenanweisungen zuständig. Aber selbst dort trat in den vergangenen Wochen ein bizarres Kompetenzgerangel zutage: So hatte das Bundesinnenministerium erklärt, dass es nicht Aufgabe der Bundespolizei sei, für die Einhaltung der Gesundheitsvorschriften der Länder zu sorgen. Die Polizeien der Länder wiederum bekräftigten ihrerseits, dass sie für den Bahnverkehr nicht zuständig seien, dieser liege im Verantwortungsbereich der Bundespolizei.


red