Symbolischer Spatenstich: In Bremervörde entsteht die erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge

Foto: LNVG / Frick Foto

Im niedersächsischen Bremervörde entsteht ab September die weltweit erste Wasserstofftankstelle für Passagierzüge. Vertreter des Landes und der beteiligten Unternehmen haben sich in der vergangenen Woche vor Ort für einen symbolischen Spatenstich eingefunden.

Errichtet und betrieben wird die künftige Wasserstofftankstelle vom Gas- und Engineering-Unternehmen Linde im Auftrag der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Die Fertigstellung ist für Mitte 2021 vorgesehen. Mit einer Kapazität von rund 1.600 kg Wasserstoff pro Tag handelt es sich um eine der nominell größten Wasserstofftankstellen der Welt. Erweiterungsflächen an der Tankstelle sollen eine spätere Wasserstofferzeugung vor Ort mittels Elektrolyse und regenerativ erzeugtem Strom ermöglichen. Weitere Partner des Projekts sind der Schienenfahrzeugbauer Alstom, das Land Niedersachsen und die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb).

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„Der Spatenstich für diese weltweit erste Wasserstofftankstelle für Personenzüge ist ein bedeutender Schritt für ein Vorzeigeprojekt aus Niedersachsen“, sagte Carmen Schwabl, Geschäftsführerin der LNVG. Die Initiative, das Gas als Treibstoff im Schienenpersonennahverkehr zu erproben, war von der LNVG ausgegangen. Jörg Nikutta, Geschäftsführer Deutschland und Österreich der Alstom Transport Deutschland GmbH, ergänzt: „Mit dem Bau der Wasserstofftankstelle in Bremervörde wird die Grundlage für den Serienbetrieb unserer emissionsfreien Wasserstoffzüge im Weser-Elbe-Netz geschaffen. Wir freuen uns, dass Linde als erfahrener Wasserstofflieferant nach dem erfolgreichen Probebetrieb nun auch die Betankung der Serienzüge übernimmt.“

Die neue Wasserstofftankstelle soll die bisherige mobile Betankungslösung ersetzen. Benötigt wird die Anlage für den Betrieb der 14 von Alstom gelieferten wasserstoffbetriebenen Regionalzüge, die ab Anfang 2022 im Netz der evb verkehren werden. Mit einer Tankfüllung kann ein Triebwagen eine Strecke von rund 1.000 Kilometern zurücklegen. Eine achtzehnmonatige Testphase für die ersten beiden Züge ist laut Alstom im Februar erfolgreich abgeschlossen worden. „Neben der sehr geringen Geräuschbelastung konnte der Wasserstoffzug insbesondere in Zeiten des Klimawandels mit seiner Emissionsfreiheit punkten. Für unsere Lokführer stellte der Betrieb der iLint eine ganz besondere Motivation dar“, sagte Andreas Wagner, Geschäftsbereichsleiter SPNV und Prokurist der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb).

Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.


red