Land Baden-Württemberg und Deutsche Bahn vereinbaren Verbesserungen für 51 Verkehrsstationen

Foto: DB Netz AG (Archiv)

Das Land Baden-Württemberg und die Deutsche Bahn haben eine neue Rahmenvereinbarung zur Modernisierung von 51 Bahnhöfen und Haltepunkten unterzeichnet. Insgesamt sollen in den nächsten zehn Jahren rund 430 Millionen Euro investiert werden.

Das Bahnhofsmodernisierungsprogramm II (BMP II) ist gemeinsam von der Deutschen Bahn AG und dem Land Baden-Württemberg vereinbart worden. Es schließt an das Bahnhofsmodernisierungsprogramm I aus dem Jahr 2009 an, das 2018 ausgelaufen ist. Das Vorhaben beruht auf der Landesinitiative „Bahnhof der Zukunft“, die im Koalitionsvertrag der Landesregierung festgelegt wurde.

Mit der jetzigen Vereinbarung wird laut dem Landesverkehrsministerium nun die zweite Runde der Bahnhofsmodernisierung in Baden-Württemberg eingeläutet. Welche Verbesserungen das Programm für die Stationen im Südwesten bringen soll, wurde am Dienstag im Göppinger Bahnhof vorgestellt. Bei dem Termin waren neben Landesverkehrsminister Winfried Hermann, auch der Bevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, der Regionalbereichsleiter Südwest der DB Station&Service, Michael Groh, sowie der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till anwesend.

Für das BMP II ist ein Volumen von insgesamt rund 430 Millionen Euro vorgesehen. Finanziert wird das Vorhaben von der Deutschen Bahn (200 Millionen Euro), dem Land (150 Millionen Euro) und den Kommunen (80 Millionen Euro). Diese Investitionen seien „besonders während und nach Krisenzeiten wie derzeit wichtiger denn je“, heißt es vom Landesverkehrsministerium.

Modernisierungsprogramm mit drei Modulen

Konkret besteht das Bahnhofsmodernisierungsprogramm II aus drei Teilprogrammen (Module), die bis 2029 umgesetzt werden sollen:

          • Das Modul I „Barrierefreie Haltestelle“ umfasst den barrierefreien Umbau von Bahnsteigen und deren Zugängen, die Sanierung von Bahnsteiganlagen und die Verbesserung von DB Stationsgebäuden.
          • Das Modul II „Stationsumfeld / Mobilitätsknoten“ sieht die Verknüpfung verschiedener Mobilitätsformen im Umfeld der Station (z.B. Park&Ride, Bike&Ride, Bushaltestellen, Echtzeitinformationsanzeiger, E-Ladestationen etc.) vor.
          • Das Modul III „Kommunale Stationsgebäude“ soll Kommunen bei der Sanierung und dauerhaften Bereitstellung von Räumen zur Nutzung im Zusammenhang mit dem SPNV/ÖPNV in Stationsgebäuden unterstützen, die von der Bahn veräußert wurden bzw. noch werden.

Die Module II und III werden zwischen dem Land und den Kommunen direkt vereinbart und können auch unabhängig voneinander in Anspruch genommen werden.

Modernisierung von 51 Bahnhöfen und Haltepunkten in den nächsten zehn Jahren

Durch das BMP II können in den nächsten zehn Jahren 51 Bahnhöfe und Haltepunkte modernisiert werden. Diese Stationen wurden in enger Abstimmung zwischen Bahn und Land ausgewählt und priorisiert. Als Kriterien wurden die Reisendenzahlen, die betriebliche Bedeutung, die Bedeutung als Umsteigebahnhof und der Handlungsbedarf zu mehr Barrierefreiheit und technischem Zustand herangezogen. Um auch kleinere, im ländlichen Raum liegende Stationen zu berücksichtigen, wurde die Liste der Stationen in größere (über 1.000 Reisende pro Tag) und kleinere (unter 1.000 Reisende pro Tag) Bahnhöfe unterteilt. So sollen zum Beispiel die Bahnsteige am Tübinger Hauptbahnhof und in Göppingen erneuert und die Station Radolfzell barrierefrei ausgebaut werden.

Stationen über 1.000 Reisende pro Tag (Modul Ia): 

          1. Tübingen Hbf
          2. Plochingen
          3. Schorndorf
          4. Ulm Hbf
          5. Bietigheim-Bissingen
          6. Sigmaringen
          7. Waiblingen
          8. Kißlegg
          9. Singen (Hohentwiel)
          10. Hechingen
          11. Offenburg
          12. Herrenberg
          13. Böblingen
          14. Bretten
          15. Schwäbisch Hall-Hessental
          16. Backnang
          17. Göppingen
          18. Eberbach
          19. Reutlingen Hbf
          20. Aulendorf
          21. Metzingen
          22. Radolfzell

Stationen unter 1.000 Reisende pro Tag (Modul Ib): 

          1. Kiebingen
          2. Grünsfeld
          3. Ludwigshafen (Bodensee)
          4. Bopfingen
          5. Nehren
          6. Spaichingen
          7. Walheim (Württ)
          8. Wittighausen
          9. Sulzbach (Murr)
          10. Roigheim
          11. Herbolzheim (Jagst)
          12. Löwental
          13. Siglingen
          14. Mögglingen (b Gmünd)
          15. Albstadt-Lautlingen
          16. Balingen Süd
          17. Bieringen
          18. Frommern
          19. Oppenweiler (Württ)
          20. Eyach
          21. Gerlachsheim
          22. Urbach (b Schorndorf)
          23. Reutlingen-Sondelfingen
          24. Geislingen West
          25. Überlingen-Therme
          26. Goldshöfe
          27. Ettlingen West
          28. Reutlingen West
          29. Waldenburg (Württ)

Bahnhöfe, deren Modernisierungsbedarf nicht im BMP II berücksichtigt wurde, können laut Ministerium alternativ zum Beispiel aus Landesmitteln eine anteilige Förderung erhalten, etwa über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG).


red