DB-Konzern begrüßt Strafen gegen Maskenverweigerer – Huber: „Können Fehlverhalten nicht akzeptieren“

Foto: DB AG

Die Deutsche Bahn unterstützt das Vorgehen der Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen, Maskenverweigerer mit empfindlichen Bußgeldern zu bestrafen. Laut DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber will man nun konsequent „gegen die kleine Minderheit“ vorgehen.

Aktuell versucht die Deutsche Bahn mit speziellen Präventionsteams die Fahrgäste für das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung zu sensibilisieren. Die Teams sollen aber auch darüber informieren, wie man sich unterwegs vor einer Corona-Ansteckung schützen kann. Reisende ohne Maske erhalten von den DB-Mitarbeitern kostenlose Einweg-Modelle. Insgesamt will das Unternehmen nach eigenen Angaben in diesen Wochen bundesweit mehr als 300.000 Masken ausgeben.

In drei Bundesländern haben die Deutsche Bahn und die Bundespolizei am gestrigen Mittwoch auf die Tragepflicht mit Schwerpunktkontrollen hingewiesen. Auch hier sei festgestellt worden, dass beim ganz überwiegenden Teil der Fahrgäste die Masken vorbildlich getragen wurden, heißt es von der DB-Pressestelle in Berlin. Derartige Aktionen sollen kontinuierlich wiederholt werden.

Deutsche Bahn will Konsequent gegen Maskenverweigerer vorgehen

„Wir sind uns mit der Politik einig, dass wir konsequent gegen die kleine Minderheit vorgehen müssen, die sich weigert, Masken in Bussen und Bahnen zu tragen und damit die überwiegende Mehrheit derjenigen, die Masken tragen, gefährdet“, sagt Berthold Huber, DB-Vorstand Personenverkehr. „Bußgelder sind bei Unbelehrbaren der richtige Weg. Der große Vorteil: Sie greifen einheitlich in allen Bussen, Bahnen und Bahnhöfen – bei der DB und den vielen anderen Verkehrsunternehmen in Deutschland.“ Zusammen mit der Bundespolizei könne man Maskenverweigerer konsequent sanktionieren. „Gerade auch zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ob in Zügen oder auf Bahnhöfen – verfolgen wir so die richtige Strategie. Vorschläge, Strafen in die Beförderungsbedingungen der Bahn aufzunehmen, sind Insellösungen. Sie beseitigen das Problem in keiner Weise und hinterlassen einen unübersichtlichen Flickenteppich“, so Huber weiter.

Seit Bestehen der Maskenpflicht informiere das Unternehmen breit in Zügen, Bahnhöfen und in den Apps. Laut der Deutschen Bahn appelliere man an die Fahrgäste, „zum Schutz der Gesundheit der Mitreisenden und der DB-Mitarbeiter Verantwortung zu zeigen, die verbindlichen Verordnungen zu beachten und Rücksicht zu nehmen.“

Pro Bahn: „Es ist für die Schaffner einfacher, wenn sie nichts machen“

Nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn sei die Durchsetzung der Maskenpflicht im Regionalverkehr schwerer möglich als im Fernverkehr. Wie der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, gegenüber dem Tagesspiegel sagte, werde im Regionalverkehr „nicht so stark kontrolliert“, weil es dem Zugbegleiter kaum möglich sei, die Polizei zu rufen, um die Maskenverweigerer aus dem Zug werfen zu lassen. Die Beamten hätten zu kleineren Bahnhöfen oft einen langen Anfahrtsweg, das dauert. Für die Schaffner sei es dann einfacher, „wenn sie nichts machen.“


red