Fahrgastverband Pro Bahn: Maskenpflicht im Regionalverkehr kaum durchsetzbar

Foto: DB AG / Pablo Castagnola

Nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn ist die Einhaltung der Maskenpflicht in den Zügen des Regionalverkehrs schwerer durchzusetzen als im Fernverkehr.

Immer wieder sorgen Maskenverweigerer in Bussen und Zügen für Ärger und Unverständnis bei anderen Reisenden. Auch wenn die Deutsche Bahn selbst bislang von Einzelfällen spricht, will der Konzern nun gemeinsam mit der Bundespolizei strikter auf die Einhaltung der Tragepflicht achten. „Wir rechnen damit und hoffen sehr, dass unsere Kunden nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch zum Schutz der anderen Fahrgäste dieses Grundprinzip der gemeinsamen Solidarität aufrechterhalten“, sagte DB-Chef Richard Lutz vor einigen Tagen gegenüber Medienvertretern. Sollte die direkte Ansprache eines Fahrgastes, der keine Maske tragen will, nicht helfen, muss dieser den Zug – notfalls auch mit Unterstützung der Polizei – verlassen. Möglich ist dies nach § 4 Abs. 2 der Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO). Danach können „Personen, die eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Betriebs oder für die Sicherheit der Mitreisenden darstellen oder den Anordnungen des Eisenbahnpersonals nicht folgen“, von der Beförderung ausgeschlossen werden. Auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) machte am Dienstag deutlich, dass die Maskenpflicht „ohne Wenn und Aber“ gilt.

Pro Bahn sieht Probleme bei der Umsetzung im Regionalverkehr

Bei der Umsetzung der Vorgaben sieht der Fahrgastverband Pro Bahn beim Regionalverkehr einige Probleme. „Hier wird nicht so stark kontrolliert“, sagte Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Verbands, dem Tagesspiegel. Doch selbst wenn die Zugbegleiter Verstöße gegen die Maskenpflicht feststellen, könnten sie oft nichts unternehmen. Im Regionalverkehr sei es für die Schaffner kaum möglich, die Polizei zu rufen, um die Maskenverweigerer aus dem Zug werfen zu lassen, warnt Naumann. Während die Bundespolizei an den größeren Fernbahnhöfen vor Ort ist, müssten die Beamten zu kleineren Bahnhöfen wie beispielsweise Angermünde oder Chorin extra anreisen, das dauert. „Es ist für die Schaffner einfacher, wenn sie nichts machen“, kritisiert Naumann.


red