Güterzug wegen glühendem Radsatz gestoppt – Deutsche Schienenhilfe: „Hätte schlimmer Unfall werden können“

Foto: Deutsche Schienenhilfe / H.J. Mehlhorn

Am 23. Juli ist am Bahnhof in Koblenz-Ehrenbreitstein ein Güterzug außerplanmäßig gestoppt worden. Grund dafür war ein glühender Radsatz.

Die Deutsche Schienenhilfe, die sich nach eigenen Angaben für einen sicheren Güterverkehr in Deutschland und Europa einsetzt, nahm den Vorfall zum Anlass, auf die möglichen Gefahren und Unfallrisiken, die sich daraus ergeben können, hinzuweisen. In einem Artikel warfen die Verantwortlichen der Initiative kürzlich die Frage auf, ob eventuell „bei der Zuginspektion“ vor der Abfahrt „ein Defekt übersehen“ wurde. Da die Strecke durch dicht besiedeltes Wohngebiet verläuft, hätte das Ereignis zu einem „der schlimmsten Unfälle aller Zeiten im Rheintal werden können“, heißt es auf der Internetseite der Deutschen Schienenhilfe.

Wie ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) am Montag auf Nachfrage bestätigte, wurde der betreffende Güterzug aufgrund der Meldung einer Heißläuferortungsanlage und zeitgleich durch den Hinweis eines Straßenverkehrsteilnehmers gestoppt. „Ursache war eine feste Bremse; ein vermuteter Fahrzeugbrand bestätigte sich nicht“, teilte die Behörde mit.

Auch die Bundespolizei konnte den Vorfall bestätigen, wies aber daraufhin, dass der angesprochene Güterzug in Koblenz-Ehrenbreitstein nicht durch die Beamten angehalten worden sei. „Bei Eintreffen unserer, über die Notfallleitstelle Frankfurt/Main alarmierten zwei Streifen des Bundespolizeireviers Koblenz, befanden sich Feuerwehr und Notfallmanager bereits vor Ort und hatten die heiß gelaufene Bremse abgelöscht“, erklärte eine Bundespolizeisprecherin am Dienstag.

Nach Angaben der BEU wurde der Schadwagen anschließend ausrangiert.

Wie oft sich derartige Vorkommnisse ereignen, ist unklar. Nach Auskunft der Bundespolizei liegen zu dieser Frage keine Zahlen vor. Auch der BEU-Sprecher erklärte: „Die Häufigkeit von Bremsstörungen lässt sich seitens der BEU nicht ermitteln, da der Meldekatalog nur das gefährliche Ereignis in Verbindung mit einem Fahrzeugbrand vorsieht.“

Erforderliche Maßnahmen liegen im Zuständigkeitsbereich der Bahnunternehmen

Laut der Bundespolizeisprecherin werden Mitteilungen externer Stellen über glühende Radsätze an Waggons „grundsätzlich an die örtlich zuständige Notfallleitstelle der DB AG weitergemeldet.“ Diese habe dann die Möglichkeit den entsprechenden Zug, „aufgrund der vorhandenen zeitlichen und örtlichen Angaben der Beobachtung, zu benennen und an geeigneten Orten anzuhalten.“ Alle erforderlichen weiteren Maßnahmen erfolgen durch die entsprechenden Stellen der Deutschen Bahn AG und des Eisenbahnverkehrsunternehmens in eigener Zuständigkeit, heißt es von Seiten der Bundespolizei. Eine Rückmeldung über den Ereignisverlauf erfolge in der Regel nicht.


red