Mann sucht Handy im Gleisbereich und verursacht Streckensperrung im Hamburger S-Bahnverkehr

Foto: Bahnblogstelle / Jens Rohde (Symbolbild)

Am Mittwochvormittag hat ein Mann für Beeinträchtigungen im Hamburger S-Bahnverkehr gesorgt. Der 28-Jährige hatte im Bereich der S-Bahngleise am Hauptbahnhof nach seinem heruntergefallenen Handy gesucht.

Die Triebfahrzeugführer zweier S-Bahn-Züge mussten aufgrund der Person im Gleis Schnellbremsungen einleiten und ihre Züge stoppen. Alarmierte Bundespolizisten konnten den Mann wenig später außerhalb des Gleisbereichs feststellen. Der 28-Jährige wurde von den Beamten über sein Fehlverhalten und die Gefahren im Gleisbereich aufgeklärt. Polizeiangaben zufolge zeigte sich der Mann jedoch wenig einsichtig. Er selbst kommentierte sein Verhalten als „nicht so schlimm.“ Im Rahmen der Streckenabsuche mussten die S-Bahngleise für rund 24 Minuten gesperrt werden.

Nach Überprüfung der Personalien wurde der Mann wieder entlassen. Die Beamten haben gegen den 28-Jährigen ein Strafverfahren wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.

Erst am Dienstag war es im Hamburger Hauptbahnhof zu einem tödlichen Personenunfall gekommen. Auch aus diesem Grund warnen die Beamten wiederholt vor den Gefahren an Bahnanlagen. „Der Aufenthalt im Gleisbereich ist verboten! Leichtsinniges Verhalten an Bahnanlagen kann zu schweren Unfällen führen“, erklärte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Hamburg. „Triebfahrzeugführer können mit ihren S-Bahn-Zügen nicht ausweichen und trotz eingeleiteter Schnellbremsung oftmals einen Unfall nicht mehr verhindern.“ Eine weitere Gefahr geht zudem von der Stromschiene neben dem S-Bahngleis aus; diese führt 1.200 Volt Gleichstrom – eine Berührung ist lebensgefährlich.

Schlafende Person im Gleis

Einen anderen Vorfall gab es zudem am Dienstagabend: Wie die Bundespolizei mitteilt, hatte der Triebfahrzeugführer einer fahrenden S-Bahn zwischen den Stationen Rübenkamp und Ohlsdorf einen neben den Gleisen liegenden Mann entdeckt. Nach Alarmierung der Bundespolizei erreichten gegen 21.35 Uhr zwei Streifenwagenbesatzungen den Einsatzort. Der Mann konnte schlafend neben den Gleisen aufgefunden werden. Er wurde geweckt und aus dem Gefahrenbereich gebracht. Polizeiangaben zufolge wurde der 44-Jährige über die Gefahren im Bahnbereich aufgeklärt. Der polnische Staatsangehörige gab an, dass er zuvor auf der Bahnböschung geschlafen hatte und dann wohl an den Gleisbereich heruntergerutscht sei.

Gegen den Betroffenen wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, danach wurde der Mann vor Ort wieder entlassen. Es kam auch in diesem Fall durch die Streckensperrung zu Betriebsstörungen im S-Bahnverkehr.


red