LiveEO erfasst Baumbestand aus dem Weltall – Deutsche Bahn setzt künstliche Intelligenz für Vegetationspflege ein

Foto: DB AG / Claudia Münchow

Um den Schienenverkehr bundesweit sturmsicherer zu machen, erfasst die Deutsche Bahn den Vegetationsbestand in der Nähe der Bahnanlagen ab sofort mithilfe von Satelliten aus dem Weltall.

Zum Einsatz kommt dafür das Startup LiveEO, welches Satelliten-Bilder unter Anwendung eines KI-Verfahrens (Machine Learning) auswertet und daraus digitale Vegetationskarten erstellt. Wie eine Bahnsprecherin mitteilt, soll es so möglich sein, den Abstand der Bäume zu den Gleisen sowie die Wuchshöhe der Gehölze deutschlandweit zu erfassen. Besonders sturmanfällige Bäume will das Unternehmen auf diese Weise noch besser identifizieren. Durch die neue Methode soll künftig vor allem die Ressourcenplanung unterstützt und die Priorisierung verbessert werden. „Mit der Technologie von LiveEO haben wir einen besseren Überblick über die Vegetation entlang unserer Strecken. Damit können wir Auswirkungen des Klimawandels noch besser begegnen“, erklärt der für Infrastruktur zuständige DB-Vorstand, Ronald Pofalla, und ergänzt: „Wir wollen für unsere Fahrgäste bei jedem Wetter verlässlich sein.“

Etwa 70 Prozent der Gleise im Streckennetz der Deutschen Bahn führen durch Gebiete mit Baumbestand. Damit das Bahnnetz allgemein wetterfester wird, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Vegetationspflege entlang der Trassen in den letzten Jahren „deutlich erweitert.“ Neben dem Rückschnitt am Gleis und der Förderung stabiler Baumarten zähle dazu auch eine intensivierte Inspektion der Bestände.

2018 hat LiveEO am Startup-Förderprogramm in der DB mindbox teilgenommen. Mit dem Programm fördert die Deutsche Bahn Jungunternehmer und Gründer. Startups, die Ideen zu Verbesserungen für die Bahnkunden haben, unterstützt die DB für 100 Tage – unter anderem mit umfangreichen Coachings sowie 25.000 Euro Startkapital. Hinzu kommen das Live-Testing von Prototypen und Coworking in der DB mindbox. Bisher haben sich weit über 1.000 Startups aus rund 30 Ländern bei der Deutschen Bahn beworben, mehr als 90 davon nahmen am Förderprogramm teil. Mit rund 50 arbeitet die DB an konkreten Produkten und Neuerungen rund ums Bahnfahren.


red