Lokführer werden dringend gesucht – 1.700 offene Stellen allein in NRW

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Lokführer werden im gesamten Bundesgebiet händeringend gesucht. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es in den kommenden Jahren Tausende unbesetzte Stellen. 

Die Eisenbahnverkehrsunternehmen in NRW starten mit Unterstützung des Landes und der drei Aufgabenträger eine neue Kampagne: Selbst wer aus einem gänzlich anderen Berufsfeld kommt, kann sich innerhalb von neun bis zwölf Monaten zum Triebfahrzeugführer – wie der Lokführer auch genannt wird – umschulen lassen.

Denn der Mangel an Fachkräften im NRW-Nahverkehr ist groß: In den nächsten fünf Jahren gibt es 1.700 Lokführerstellen zu besetzen. „Die Bahnen in NRW bieten auch Menschen, die z. B. wegen der Corona-Pandemie ihren Arbeitsplatz in der Gastronomie oder Tourismusbranche verloren haben, eine sichere und gut bezahlte Alternative in der Krise und darüber hinaus eine berufliche Perspektive bis zum Rentenalter“, stellt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst die Vorteile der Bahnen in NRW als Arbeitgeber heraus.

„Die Bewerber, die sich für eine Umschulung zum Triebfahrzeugführer oder zur Triebfahrzeugführerin entscheiden, müssen sich nicht mehr mit Aushilfsjobs über Wasser halten. Sie üben nach erfolgreichem Ausbildungsabschluss einen verantwortungsvollen Beruf mit einem guten Einstiegsgehalt von rund 3.000 Euro brutto aus.“ Joachim Künzel, Programmleiter Fokus Bahn NRW und Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen Lippe, wirbt für den beruflichen Umstieg: „Die Kosten für die Aus- und Weiterbildung und eine entsprechende Vergütung übernimmt in vielen Fällen das jeweilige Bahnunternehmen. Häufig ist auch eine Förderung über Bildungsgutscheine möglich.“

Interessenten haben die Möglichkeit sich auf der Internetseite bahnen.nrw/jobkarte zu informieren. „Knapp 400 Interessenten haben uns nach Onlinestellung der Jobkarte bereits erreicht. Jetzt starten wir die Bewerbung und hoffen, dass es noch erheblich mehr werden, denn der Bedarf ist ja da“, zeigt sich Künzel begeistert von der ersten Resonanz.

Die Bahnen in NRW möchten Frauen und Männer gleichermaßen zum Zuge kommen lassen und insbesondere die Berufsgruppen ansprechen, die durch die Corona-Pandemie betroffen sind. Künzel ergänzt: „Wir lassen niemanden außen vor. So gibt es zum Beispiel für Personen mit Sprachdefiziten spezielle Kurse und Trainings, um besser in die Lokführerausbildung starten zu können. Eine Sprachunterstützung für Migranten wird ebenso angeboten wie digitale Fernlehrgänge für die theoretische Ausbildung, wenn man zum Beispiel als Mutter teilweise noch an zu Hause gebunden ist.“


red