Neue Cargo-Strategie sorgt für Unruhe: Gewerkschaft fordert von Bund und Bahn Bekenntnis zum „Bündnis“

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Die am Freitag unterbrochenen Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn AG und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sollen am Dienstag fortgesetzt werden.

Wie der EVG-Vorstand und Verhandlungsführer Kristian Loroch am Montag sagte, sei man der Auffassung, dass ein möglicher Tarifabschluss nur dann zum Tragen kommt, wenn sowohl der Bund, wie auch die Bahn, ihre Verpflichtungen aus dem ‚Bündnis für unsere Bahn‘ erfüllen. „Angesichts der neuen Strategie für Cargo, die verstärkt auf Fremdvergabe setzt, haben wir so unsere Zweifel, dass es am Ende nicht doch zu einem Personalabbau bei der DB AG kommen wird“, erklärte Loroch. Mit dem im Mai geschlossenen Bündnis sollte ein Personalabbau verhindert werden. Durch die jetzige Situation seien die „augenblicklichen Verhandlungen“ in jedem Fall „belastet“, betonte der Verhandlungsführer.

Die EVG werde deshalb Bund und Bahn zu einem gemeinsamen klärenden Gespräch auffordern, teilte die Gewerkschaft am Montag mit. „So lange wir nicht wissen woran wir sind, werden alle Vereinbarungen, die wir jetzt treffen, eine aufschiebende Wirkung haben“, macht Loroch deutlich. „Das Bündnis ist für uns wie eine Versicherung. Deshalb müssen wir sicher sein, dass der angestrebte Schutz für die Beschäftigten auch trägt. Sonst brauchen wir das Bündnis nicht.“

Nach Angaben der Deutschen Bahn gebe es bei DB Cargo aktuell keine Pläne für einen Abbau von Arbeitsplätzen. Anderweitige Behauptungen seien falsch, erklärte der DB-Konzern am Wochenende. Der Staatskonzern verfolge vielmehr das „ausdrückliche Ziel, den Güterverkehr wieder auf Wachstumskurs zu bringen.“


red