EVG: „Durchsetzung der Maskenpflicht darf nicht auf Zugbegleiter abgewälzt werden“

Foto: DB AG / Oliver Lang

Als „unverantwortlich“ bezeichnet die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) das Vorhaben der Ministerpräsidenten, die Zugbegleiter für die Einhaltung der Maskenpflicht in den Zügen verantwortlich zu machen.

Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder hatten am Donnerstag vereinbart, zu prüfen, ob ein Verstoß gegen die Maskenpflicht in Zügen mit einem erhöhten Beförderungsentgelt geahndet werden könne.

Gegen diese Pläne wehrt sich die Gewerkschaft, die zahlreiche Beschäftigte im öffentlichen Verkehr vertritt, deutlich: „Es ist unverantwortlich, den Beschäftigten in den Zügen diese zusätzliche Aufgabe aufzubürden“, sagte der kommissarische Vorsitzende der EVG, Klaus-Dieter Hommel, am Freitag. Die Kolleginnen und Kollegen würden bereits jetzt am Anschlag arbeiten und seien extrem belastet. „Wir erleben seit Wochen, dass die Pöbeleien und Übergriffe gegenüber den Zugbegleiter*innen zunehmen, wenn sie nur auf die Maskenpflicht in Zügen hinweisen. Wenn sie jetzt von Maskenverweigerern ein erhöhtes Beförderungsentgelt verlangen sollen, würde das das Konfliktpotenzial noch einmal vervielfachen.“

Außerdem betont Hommel: „Weder gibt es ausreichend Beschäftigte in den Zügen noch sind diese auf solche Situationen vorbereitet und ausgestattet.“ Die Gewerkschaft warnt davor, diesen Beschluss umzusetzen. „Wir stehen zur Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln, die wir selbst gefordert haben. Sie kann aber nur von der Bundespolizei durchgesetzt werden“, so der EVG-Chef.


red