Deutsche Bahn stellt neuen Kupplungsmechanismus für Güterwagen vor

Foto: DB AG

Die Deutsche Bahn hat am Montag einen neuen Kupplungsmechanismus für Güterwagen vorgestellt. Im Rahmen eines Forschungsprojekts soll bis Ende 2022 ein Nachfolger für die bisherige Schraubenkupplung gefunden werden.

Mit der Digitalen Automatischen Kupplung, kurz DAK, soll das Zusammenstellen von Güterzügen in Zukunft deutlich schneller werden. Außerdem werden Bahnmitarbeiter von der körperlichen Arbeit, die durch die bisherige Schraubenkupplung notwendig ist, entlastet.

Bei der DB Systemtechnik in Minden (Westfalen) wurden nun im Rahmen einer Präsentation zum ersten Mal mehrere Wagen testweise durch eine DAK miteinander verbunden. Laut einer Bahnsprecherin sollen in den nächsten Monaten zwölf Güterwagen mit Kupplungstypen von vier Herstellern ausgerüstet werden. Nach technischen Tests soll ein Typ ausgewählt werden. Ein Versuchszug mit 24 Wagen soll dann mehrere Monate lang durch Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie weitere EU-Länder fahren. Dabei soll das neue Kupplungssystem unter anderem im täglichen Einsatz in den Rangierbahnhöfen erprobt werden.


„Die DAK öffnet die Tür zu einer umfassenden Automatisierung und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs“, zeigt sich Sabina Jeschke, DB-Vorstand für Digitalisierung und Technik, überzeugt. Die Kapazität von Rangier- und Umschlagbahnhöfen könne damit deutlich erhöht werden. „Die Einführung der DAK bedeutet deshalb eine digitale Revolution für den Güterverkehr auf der Schiene.“ Sigrid Nikutta, DB-Vorstand für Güterverkehr, ergänzt: „Wir wollen wachsen und mehr Güter auf die Schiene verlagern. Dafür brauchen wir attraktive Angebote für unsere Kunden.“ Technische Innovationen wie die Digitale Automatische Kupplung sollen dabei helfen. „Sie macht den Schienengüterverkehr schneller und einfacher. Das stärkt besonders den Einzelwagenverkehr als grüne Alternative zum Lkw.“

Das bis Ende 2022 laufende Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit 13 Millionen Euro finanziert. Daran beteiligt ist ein Konsortium von sechs Unternehmen. Außer der DB und ihrer Tochter DB Cargo sind dies die schweizerischen und die österreichischen Güterbahnen SBB Cargo und Rail Cargo Austria sowie die Wagenhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG. Das Ziel ist die europaweite Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung.


red