Bahnhof Niederlahnstein nach Güterzugunfall wohl noch tagelang gesperrt

Foto: Rhein-Lahn-Kreis | aktualisiert am 4. September 2020, 12:07 Uhr

Nach der schweren Entgleisung eines Güterzuges am 30. August in Niederlahnstein im Rhein-Lahn-Kreis bleibt der Bahnhof wohl noch längere Zeit voll gesperrt.

Die Deutsche Bahn geht nach eigenen Prognosen derzeit davon aus, dass die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten wohl noch voraussichtlich bis zum 13. September andauern werden. Die Bahnstrecke zwischen Koblenz Hbf und Bad Ems bleibt daher gesperrt. Auf den Nahverkehrslinien RE 25 und RB 23 zwischen Koblenz und Gießen bzw. Mayen Ost und Limburg kommt es weiterhin zu Beeinträchtigungen; es verkehrt ein Schienenersatzverkehr. 



Bei dem Unfall am vergangenen Sonntag waren mehrere Kesselwagen eines Güterzuges im Bahnhof Niederlahnstein aus den Gleisen gesprungen. Anders als zunächst erklärt, soll es sich bei der Ladung aber nicht um Bio-Diesel, sondern um Dieselkraftstoff gehandelt haben. Nach Angaben der Bundespolizei könnten dabei bis zu 150.000 Liter aus den beschädigten Wagen ausgelaufen sein – die genaue Menge ist unbekannt. Ob und inwieweit der Boden eventuell durch den Diesel kontaminiert worden ist, müsse durch Probebohrungen ermittelt werden, erklärte ein Bahnsprecher gegenüber dem SWR. Anschließend muss der Untergrund gegebenenfalls ausgetauscht und der Oberbau komplett neu hergerichtet werden.

Zur entstandenen Schadenshöhe liegen bislang keine Informationen vor. Auch die Ursache der Entgleisung ist weiterhin unklar. Die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) und die Bundespolizei ermitteln.


red