Lohnsteigerung und verbesserter Kündigungsschutz: EVG und Bahn einigen sich auf „umfassendes Corona-Tarifpaket“

Foto: imago images

Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) haben sich in den vergangenen Tagen auf ein „umfassendes Corona-Tarifpaket“ mit einer Laufzeit bis Ende Februar 2023 geeinigt. Allerdings seien aus Sicht der Gewerkschaft „wesentliche Themen noch offen“.

Nach Angaben des DB-Konzerns wurden unter anderem moderate Lohnsteigerungen sowie ein verbesserter Kündigungsschutz für Neueingestellte vereinbart. Außerdem sollen betriebsbedingte Kündigungen als Folge der Corona-Krise ausgeschlossen sein. Die erzielten Ergebnisse stehen aber noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Gremien der EVG.

Konkret vorgesehen ist, dass die Löhne zum 1. Januar 2022 in Höhe des Inflationsausgleichs steigen. Der Korridor liegt zwischen mindestens 0,5 und maximal 1,5 Prozent. Ermittelt werden soll die Höhe im Laufe der Jahre 2020/2021. Für untere Lohngruppen soll es eine Einmalzahlung geben, falls die Inflation unter ein Prozent fallen sollte.


„Wir haben in den letzten Tagen gemeinsam bewiesen, dass am Verhandlungstisch intelligente Lösungen zur Bewältigung der Corona-Krise möglich sind“, sagt DB-Personalvorstand Martin Seiler. „Gleichzeitig ist das geschnürte Tarifpaket in schwierigen Zeiten ein klares Signal an heutige und künftige Beschäftigte. Wir wollen zusätzlich in Personal, in Qualifizierung und berufliche Mobilität investieren.“

Der DB-Konzern sagte auf Grundlage des Corona-Tarifpakets außerdem zu, in den nächsten zwei Jahren insbesondere in den stark umworbenen Fachberufen weiter auf hohem Niveau einzustellen und Nachwuchskräfte auszubilden. „Was wir erarbeitet haben, ist sozial ausgewogen, ökonomisch verantwortungsvoll und eine Grundlage dafür, den Wachstumskurs der DB fortzusetzen“, so Seiler.

„Die EVG erwartet klare Bekenntnisse des Konzerns zur Erhöhung der Eigenfertigungstiefe und zu einer stetigen Personalentwicklung“, sagt Kristian Loroch, EVG-Verhandlungsführer und Vorstandsmitglied. Wenn die Schiene künftig eine führende Rolle im Verkehrssystem in Deutschland spielen soll, müsse Deutschlands größtes Schienenunternehmen Arbeit im Konzern halten und ausreichend Personal aufbauen, so Loroch. „Aber auch der Bund als Partner im Bündnis für unsere Bahn muss seinen Beitrag leisten. Deshalb ist der dritte für uns wichtige Punkt, dass der Bund die zugesagten Gelder für die Bewältigung der Corona-Schäden der DB tatsächlich freigibt. Das muss sich als aufschiebende Bedingung im Tarifpaket wiederfinden. Nur so kann das Bündnis für unsere Bahn funktionieren.“


Auch vereinbart wurde, dass künftig die Vermittlung von Wissen stärker honoriert werden soll. Geplant ist, dass DB-Beschäftigte (Fachvermittler) dafür eine Prämie erhalten. Das Paket beinhaltet ebenfalls, die berufliche Mobilität und das berufsnahe Wohnen zu fördern, heißt es in einer Mitteilung des DB-Konzerns. Dafür soll ein Fonds eingerichtet werden, aus dem Beschäftigte Unterstützungsleistungen erhalten können. Darüber hinaus sollen Voraussetzungen für arbeitgeberfinanzierte Job-Tickets geschaffen werden. Ein weiterer Inhalt des Tarifpakets ist die vorgesehene Verbesserung der Lohnstruktur für die Beschäftigten von DB Services und DB Sicherheit.


red