Person bei Gleisüberschreitung von Zug erfasst – 20-Jährige entgeht nur knapp einem Unglück

Foto: Christian Schwier / Fotolia (Symbolbild)

Am Donnerstagmorgen (3. September) entging eine junge Frau nur knapp einem Unglück. Die 20-Jährige suchte am Bahnhof Wössingen in Baden-Württemberg die Abkürzung über die Gleise und wurde dabei von einem durchfahrenden Zug erfasst. In einem anderen Fall wurde ein 49-Jähriger verletzt.

Ungeachtet des herannahenden Zuges wollte die Frau vom Bahnsteig 1 aus in die Gleise gehen, um so den Nachbarbahnsteig zu erreichen. Nachdem der Triebfahrzeugführer der S4 die Frau erkannte, gab er einen Achtungspfiff ab und leitete umgehend eine Schnellbremsung ein. Beamte des Polizeipräsidiums Karlsruhe trafen kurze Zeit später vor Ort ein und stellten die leichtverletzte Frau am Bahnsteig fest. Bis auf Schürfwunden schien sie unverletzt zu sein. Zur weiteren Untersuchung brachte ein Rettungswagen die Frau dennoch in ein umliegendes Krankenhaus.

Erste Ermittlungen ergaben, dass der Zug zum Unfallzeitpunkt eine Geschwindigkeit von etwa 80 km/h hatte. In ihrer Befragung gab die Frau an, wie immer die Abkürzung über die Gleise gesucht zu haben. Ein Verhalten, dass sie in diesem Fall beinahe das Leben gekostet hätte.

Die Bundespolizei hat gegen die 20-Jährige Ermittlungen wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen.

49-Jähriger bei Zusammenprall mit S-Bahn verletzt

Zu einem anderen Personenunfall kam es nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Stuttgart am Mittwochabend (2. September) gegen 20:10 Uhr auf der Bahnstrecke zwischen Weil der Stadt und Renningen.

Nach bisherigen Erkenntnissen soll sich zunächst ein 49-jähriger Mann auf Höhe des Schießrainweges in Weil der Stadt aus derzeit unbekannten Gründen in den dortigen Gleisbereich begeben haben. Trotz unmittelbarer Einleitung einer Schnellbremsung konnte der Triebfahrzeugführer einer Richtung Renningen ausfahrenden S-Bahn den Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen, sodass der alkoholisierte 49-Jährige in der Folge an der Schulter touchiert wurde.


Alarmierte Rettungskräfte verbrachten ihn anschließend in ein nahegelegenes Krankenhaus. Der Mann erlitt durch den Vorfall eine Fraktur an der Schulter, leichte Verletzungen am Kopf sowie Abschürfungen am Körper. Alle in der S-Bahn befindlichen Reisenden verblieben unverletzt und konnten nach Eintreffen eines Ersatzlokführers ihren Reiseweg fortsetzen. Das betroffene Gleis musste für den Zeitraum der Einsatzmaßnahmen komplett gesperrt werden. Es kam hierdurch zu bahnbetrieblichen Verzögerungen.

Auf Grundlage der bisherigen Ermittlungen wird derzeitig von einem alkoholbedingten Unfallgeschehen ausgegangen. Ein bei dem 49-Jährigen durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von fast 2,1 Promille. Der im Landkreis Böblingen wohnhafte Mann muss nun mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr rechnen.


red