17-Jähriger verletzt Fahrscheinkontrolleurin mit Tritt in den Bauch – 59-Jährige muss Dienst abbrechen

Foto: Bundespolizei (Symbolbild)

Ein 17-jähriger Mann hat am Samstagabend (5. September) eine Fahrscheinkontrolleurin mit dem Fuß in den Bauch getreten. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen gegen den jungen Mann aufgenommen.

In einer Münchner S-Bahn der Linie S8 hat sich am gestrigen Abend ein Übergriff auf eine Fahrscheinkontrolleurin ereignet. Nach Angaben der Bundespolizei war der junge Mann im Zug mit einer zeitlich gültigen, personifizierten Monatskarte angetroffen worden. Deren Geltung war jedoch auf die Zone M (erweiterter Innenraum München) begrenzt – und somit nicht für die Fahrt von Ismaning nach Unterföhring gültig. Als dem 17-Jährigen dies mitgeteilt wurde, verhielt er sich zunehmend aggressiv, schrie herum und beleidigte die anwesenden zwei Kontrolleurinnen. Kurz darauf habe der Somalier unversehens Anlauf genommen und die 59-jährige DB-Mitarbeiterin mit einem Tritt angegriffen. Drei anwesende Fahrgäste zerrten den 17-Jährigen schließlich von der Frau weg und hielten ihn fest, um weitere Attacken zu unterbinden. 

An der S-Bahn-Station Unterföhring drängten drei unbekannte Jugendliche den Angreifer aus der Tür auf den Bahnsteig. Nach dem Schließen der Türen durch den Triebfahrzeugführer der S-Bahn blieb der 17-Jährige am Bahnsteig zurück. Aufgrund der hohen Aggressivität und Gewaltbereit­schaft trauten sich die Fahrscheinkontrolleurinnen nicht, aus der S-Bahn auszusteigen; sie informierten stattdessen die Bundespolizei.


Die Personalien des Somaliers wurden wenige Minuten später anhand der Fahrkarte und einer Ausweiskopie mit Lichtbild im Bundespolizeirevier am Münchner Ostbahnhof festgestellt. Noch in der S-Bahn hatten sich laut einem Bundespolizeisprecher mehrere Mitreisende den DB-Mitarbeiterinnen als Zeugen zur Verfügung gestellt. Ein Mitreisender hatte zudem ein Handyvideo angefertigt und es der Bundespolizei überlassen. In den kommenden Tagen sollen auch die Videoaufzeichnungen des S-Bahn-Zuges im Rahmen der Ermittlungen ausgewertet werden.

Die 59-jährige DB-Mitarbeiterin klagte über nach dem Angriff über starke Schmerzen im Bauch und wollte eigenständig einen Arzt aufsuchen; sie brach ihren Dienst ab.

Der Tatverdächtige lebt nach Angaben der Bundespolizei sei 2015 in Deutschland und besitzt eine Aufenthaltserlaubnis. Laut dem Bundespolizeisprecher ist der Mann bereits wiederholt wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz polizeilich in Erscheinung getreten. Die Beamten ermitteln gegen ihn nun wegen Gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung und Fahrens ohne gültigen Fahrschein.


red