Deutsche Bahn will auf Diesel verzichten und erprobt alternative Antriebe und Kraftstoffe

Foto: DB AG

Die Deutsche Bahn will bis zum Jahr 2050 auf herkömmlichen Diesel verzichten und ein klimaneutrales Unternehmen werden. Dazu prüft der Konzern verschiedene Möglichkeiten für alternative Antriebe und Kraftstoffe.

Der Versuchszug advanced TrainLab fährt bereits mit einem Öko-Diesel, der die CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent reduziert. Ab Oktober soll der Sylt Shuttle zwischen Westerland und Niebüll ebenfalls testweise mit klimafreundlichem Öko-Diesel unterwegs sein. Außerdem plant die Deutsche Bahn weitere Tests im regulären Bahnbetrieb.


„Die Bahn wird nur dann klimaneutral, wenn wir dem Diesel ade sagen. Wir müssen den Verbrauch fossiler Kraftstoffe radikal reduzieren und auf null bringen“, erklärt die Vorständin für Digitalisierung und Technik der Deutschen Bahn, Prof. Sabina Jeschke. Bislang liegt der Dieselverbrauch bei jährlich mehr als 250 Millionen Litern. Ab dem Jahr 2050 soll kein einziges DB-Fahrzeug mehr mit Diesel fahren. „Damit alternative Kraftstoffe und Antriebe auf der Schiene, auf der Straße und in der Luft eingesetzt werden können, müssen der Verkehrssektor und die Industrie die Forschung und Entwicklung massiv vorantreiben“, so Jeschke.

Im advanced TrainLab und im Sylt Shuttle kommen zwei Varianten von Öko-Diesel zum Einsatz, die ganz oder teilweise aus aufbereiteten organischen Rest- und Abfallstoffen hergestellt werden. Die Dieselmotoren des Versuchszuges seien damit störungsfrei gefahren und mussten nicht technisch umgerüstet werden. Derzeit laufen Vorbereitungen, Öko-Diesel im größeren Umfang auch im Regionalverkehr in Baden-Württemberg einzusetzen.

Foto: DB AG

Weil es keine universelle Lösung gibt, wie Dieselkraftstoff ersetzt werden kann, prüft die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben neben alternativen Kraftstoffen auch alternative Antriebe. Unter anderem hat das Unternehmen bereits erste Hybridfahrzeuge im Einsatz. Eine andere Lösung sind batteriegetriebene Züge, die sich an so genannten Oberleitungsinseln, einem kurzen elektrifizierten Teilstück, für die nächste Streckenetappe aufladen können. Auch Züge, die mit Wasserstoffantrieb funktionieren, wurden in Deutschland bereits erfolgreich getestet.


red