Deutsche Schienenhilfe fordert bessere Überwachung für Güterzüge im Rheintal

Foto: DB AG / Georg Wagner

Nach der schweren Güterzugentgleisung in Niederlahnstein vor gut einer Woche fordert die Deutsche Schienenhilfe, dass künftig nur noch überwachte Züge durchs Rheintal fahren sollten.

Die Entgleisung vom 30. August „war leider eine Katastrophe mit Ansage“, erklärte der Sprecher der Deutschen Schienenhilfe, Jochen Zenthöfer, vor wenigen Tagen. Sowohl rechts- als auch linkrheinisch könnten aus seiner Sicht jeden Tag weitere Unfälle dieser Art passieren.

Man habe Riesenglück gehabt. „Nicht auszumalen, wenn die Güterwagen mit explosiven oder leicht entzündlichen Stoffen beladen gewesen wären.“ Es werde ja immer wieder auch Blausäure und Chlorgas durchs Mittelrheintal transportiert. Brennende Güterwagen seien Zenthöfer noch durch den Eisenbahnunfall des Henkel-Zuges im Februar 2019 im Bahnhof Unkel in böser Erinnerung.


Die Initiative, die sich für einen sicheren Schienengüterverkehr in Deutschland und Europa einsetzt, verlangt, dass die Digitalisierung der Rheinschienen mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS und die Ausstattung der Güterwagen mit Sensorik oder Wayside-Monitoring dringend umgesetzt werden sollte. Beides sei angesichts der zu erwartenden Verdoppelung der Züge im Rheintal bis 2030 erforderlich. Durch den Einsatz derartiger Systeme könnten die technischen Zustände von Güterwagen und mögliche Defekte erkannt und rechtzeitig an den Lokführer gemeldet werden, zeigt sich Zenthöfer überzeugt.


red