Neue Chance für die Waldbahn – Stilllegung der Bahnstrecke Gotteszell–Viechtach ist vorerst vom Tisch

Foto: Länderbahn

Die Waldbahnstrecke zwischen Gotteszell und Viechtach im Kreis Regen wird vorerst doch nicht stillgelegt. Das verkündete Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Montag im Landratsamt Regen.

Die Ministerin entschuldigte sich für eine „Kommunikationspanne“ und teilte mit, dass die Verbund-Studie weiterlaufen soll. Einen konkreten Zeitpunkt, wann diese abgeschlossen sein wird und wann die Vorgabe von 1.000 Fahrgäste pro Tag erreicht sein muss, konnte die Ministerin laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks aber nicht sagen.

Die geplante Stilllegung der Waldbahn für September 2021, die vor etwa zwei Wochen durch das bayerische Verkehrs­ministerium angekündigt wurde, war auf breites Entsetzen gestoßen. Auch der CSU-Vorsitzende im Landkreis Regen, Stefan Ebner, hatte sich zu Wort gemeldet und Ministerin Schreyer scharf kritisiert.


Mit der jetzigen Entscheidung habe die Region Zeit gewonnen, um an der notwendigen Fahrgast­steigerung zu arbeiten, hieß es am Montag. Regens Landrätin, Rita Röhrl, die das geplante Bahn-Aus ebenfalls heftig kritisiert hatte, zeigte sich mit dem jetzigen Ergebnis sehr zufrieden. Das Wichtigste ist, dass 2021 nicht Schluss sei, sagte Röhrl.

Um Bus und Bahn in der Region stärker zu verzahnen, arbeitet der Landkreis Regen mit den Nachbarlandkreisen an einem Nahverkehrskonzept. Ziel sei es nach wie vor, dass durchschnittlich 1.000 Fahrgäste täglich die Bahnlinie zwischen Viechtach und Gotteszell nutzen, beziehungsweise 1.000 Fahrgast-Kilometer erreicht werden – das entspricht knapp 1.400 Personen täglich. An dem Kriterium werde Schreyer zufolge nicht gerüttelt.

Laut dem BR-Bericht beobachtet auch der Bayerische Oberste Rechnungshof die Wiederbelebung der Bahnlinie kritisch. Wenn zu wenig Menschen Bahnfahren, sei der Betrieb weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurde das Angebot in den letzten drei Jahren von weniger als 500 Fahrgästen pro Werktag genutzt. Jetzt liege es an der Region, dafür zu sorgen, dass die Fahrgastzahlen steigen, so Schreyer.


red