ÖBB-Infrastruktur und Thales arbeiten an digitaler Stellwerkslösung

Foto: Pixabay

In Österreich könnte der Zugbetrieb der Zukunft rein digital von einem zentralen Rechen­zentrum aus gesteuert werden. Möglich machen soll dies ein zentrales Cloud-Stellwerk.

Bei den Österreichischen Bundesbahnen gibt es derzeit 660 Stellwerksanlagen, 298 sind davon bereits elektronische Stellwerke (ESTW). Um die notwendigen Kapazitäten für die Mobilität der Zukunft zu schaffen, arbeiten der Infrastrukturbetreiber der ÖBB und der Technologie­konzern Thales an einer neuen zentralen Stellwerkslösung.

Laut einem ÖBB-Sprecher wurde kürzlich im Rahmen einer Live Demonstration gezeigt, wie ein digitales Stellwerk in der Cloud funktionieren kann. Die Steuerung des Stellwerks am Bahnhof Wöllersdorf wurde dabei von einem Cloud-Rechner übernommen, um vom Thales-Standort in Wien aus, die Signale und Weichen im Bereich Wöllersdorf zu stellen.

Foto: ÖBB / Husar

„Mit Thales können wir die Technologie in der Betriebsführung so bündeln, dass wir den Auto­matisierungsgrad noch weiter erhöhen“, erklärt Johann Pluy, Mitglied des Vorstands ÖBB-Infra­struktur AG. Jetzt gehe es darum, die Umsetzung der digitalen Stellwerkstechnologie zu beschleunigen und so das volle Potenzial des Schienennetzes und die positiven Kosteneffekte optimal für die Mobilitätswende zu nutzen.

Wie Hannes Boyer, CEO der Thales Gruppe in Österreich, ergänzt, wolle man „die ÖBB dabei unterstützen, den Generationenwechsel beim Stellwerk – vom dezentralen Elektronischen zum zentralen Cloud Stellwerk – möglichst rasch vollziehen zu können.“ Thales legt dabei nach eigenen Angaben ein großes Augenmerk auf ein intelligentes Migrationskonzept, das eine schrittweise Umsetzung ermöglicht. „Investitionen aus der Vergangenheit müssen auch zukünftig nutzbar gemacht werden“, so Boyer.


red