SBB testet Kostenerstattung schon ab 5 Minuten Verspätung

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Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben 200 Testkunden ausgewählt, die in Kürze an einem Versuch teilnehmen werden, bei dem eine Teilrückerstattung des Billettpreises bereits ab einer Verspätung von wenigen Minuten möglich ist.

Kommt ein Zug mehr als 5 Minuten zu spät, sollen die Testkunden bereits ein Viertel des Billett­preises zurückerhalten können; bei einer Verspätung von 10 Minuten stünde den Testern sogar eine Rückerstattung des halben Ticketpreises zu. Der Test soll von Ende September bis Ende Oktober durchgeführt werden.

Vor allem für Vielfahrer sei dies ein lukratives Testangebot, sagte Thomas Ammann von der ÖV-Tarifvereinigung Alliance SwissPass gegenüber dem SRF. Es gehe auch darum, möglichst viele Fälle zu erhalten, um das System optimal zu testen. Allerdings, so räumt Ammann ein, gebe es hier auch ein gewisses Missbrauchspotential, da ein Kunde, der ein Generalabonnement verwendet, kein Billett vorweisen kann um zu beweisen, dass er tatsächlich auf dem verspäteten Zug war.

Ab Januar 2021 werden Verspätungen im öffentlichen Verkehr einheitlich entschädigt

Ab dem kommenden Jahr haben Reisende zudem einen Anspruch auf Entschädigung, wenn sie ihr Reiseziel mit einer Verspätung von mindestens einer Stunde erreichen. Die Höhe der Entschädig­ung ist abhängig vom bezahlten Fahrpreis und der Dauer der Verspätung. Beträgt die Verspätung zwischen 60 und 119 Minuten, erhalten Reisende mit Einzel- und Streckenbilletten 25 Prozent des Fahrpreises erstattet. Beträgt sie 120 oder mehr Minuten, werden 50 Prozent rückerstattet. Auch Abonnementsinhaberinnen und -inhaber profitieren laut Alliance Swisspass von einer Entschäd­igung.


red