Deutsche Bahn lockt junge Kunden mit Billigtickets – Fernbus-Anbieter sprechen von „Wettbewerbsverzerrung“

Foto: Pixelio / Rainer Sturm

Seit einigen Tagen profitieren junge Menschen von extrem günstigen Ticketpreisen. Mit dem „Super Sparpreis Young“ ab 12,90 Euro ICE und Intercity fahren, damit wirbt die Deutsche Bahn um Kunden im Alter bis einschließlich 26 Jahre.

Laut DB-Fernverkehrsvorstand Michael Peterson liegt Bahnfahren bei jungen Menschen voll im Trend. Aus diesem Grund wolle man das Reisen mit dem Zug für diese Altersgruppe nochmal günstiger machen. Mit der My BahnCard beispielsweise gebe es Fernverkehrstickets nun für unter 10 Euro. Das sei ICE-Fahren zum Taschengeld-Preis, so Peterson. Erhältlich ist der „Super Sparpreis Young“ bis zum 1. November 2020. Das begrenzt verfügbare Aktionsangebot gilt für ausgewählte Strecken im Fernverkehr in der 2. Klasse und umfasst Reisen bis April 2021.

Anders als bei den jungen Kunden, kommen die günstigen Bahntickets bei der Konkurrenz weniger gut an. Kritik kommt daher vor allem von den Fernbus-Anbietern. So sagte der Gründer und Chef von Pinkbus, Christian Höber, kürzlich gegenüber der Rhein­ischen Post, dass solche Preise eine Wettbewerbsverzerrung seien. Sobald die Bahn nicht nur schneller, sondern auch günstiger sei, hätten andere Anbieter kaum noch eine Chance. Höber bezweifelt zudem, dass die Ticketpreise nicht die tatsächlichen Kosten der Bahn decken dürften, also letztlich Verluste bringen: „Und dann wird im Zweifel nach dem Staat gerufen und die Hand aufgehalten. So war es ja auch schon zu Beginn der Corona-Krise, als man wochenlang das Angebot im Fernverkehr zu fast 100 Prozent aufrecht erhalten hat.“


Auch FlixMobility sind die staatlichen Finanzhilfen für den DB-Konzern ein Dorn im Auge. Gegen­über dem Nachrichtenportal watson hieß es: „Bei den aktuell günstigen Preisangeboten der Deutschen Bahn handelt es sich letztlich um Wettbewerbsverzerrung, die missbräuchlich mit Steuergeldern subventioniert wird.“

FlixMobility-Chef André Schwämmlein hat sich bereits Ende August in einem Brief an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gewandt und schrieb: „Mit Blick auf Deutschland scheint das Muster so zu sein, dass jede Gelegenheit genutzt wird, staatliche Mittel bedingungslos in die Deutsche Bahn fließen zu lassen, ihre Position auf Kosten der Konkurrenz zu stärken und damit die Wahlmöglichkeiten der Fahrgäste zu verringern.“ Nach Ansicht des Bahnkonkurrenten, der nicht nur die Fernbusse der Marke FlixBus sondern auch die grünen Züge mit dem Namen FlixTrain anbietet, müsse die EU-Kommission dafür sorgen, die Aufrechterhaltung des Wettbewerbs in Deutschland sicherzustellen.


red