EVG legt bei Forderungen für Tarifvertrag nach – Konkrete Zusagen und feste Lohnerhöhung stehen im Raum

Foto: DB AG / Oliver Lang

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat bei ihren Forderungen nachgelegt und verlangt von der Deutschen Bahn konkrete Zusagen sowie eine Lohnerhöhung um 1,5 Prozent ab 2022. Verbale Bekenntnisse reichten nicht aus, um die im „Bündnis für unsere Bahn“ eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen, heißt es von der Gewerkschaft.

Die Einstellungszahlen, die bislang vorgelegt wurden, reichten laut der EVG bei weitem nicht aus. Wie EVG-Vorstandsmitglied Kristian Loroch sagte, habe sich das Unternehmen verpflichtet, an den Zielen der `Starken Schiene´ festzuhalten. „Das geht nur, wenn weiter mindestens im vorgesehe­nen Maße eingestellt wird – und zwar im gesamten Konzern“, so Loroch. Bei der Frage der so genannten „Fertigungstiefe“ müsse die DB AG ebenfalls deutlich nachlegen. „Wir vermissen noch immer die verbindliche Zusage, Arbeit grundsätzlich im Unternehmen halten und nicht an Dritte auslagern zu wollen. Auch das ist eine Bedingung für vorgezogene Tarifverhand­lungen gewesen, die nachvollziehbar erfüllt werden muss“, erläuterte Loroch. Tricksereien wer­de man dem Arbeitgeber nicht durchgehen lassen.


Auch gegenüber dem Bund habe die EVG eine klare Erwartungshaltung: So lange nicht klar sei, ob die zugesagten Bundesmittel tatsächlich fließen, stelle die EVG den Tarifabschluss unter Vorbehalt. „Alles, was wir im Rahmen der Tarifverhandlungen zum `Bündnis für unsere Bahn´ vereinbart haben, wird erst wirksam, wenn der Bund seine Zahlungen leisten darf. Wir werden auf keinen Fall in Vor­leistungen gehen, ohne uns entsprechend abzusichern“, stellt Loroch klar. „Sollte die EU-Kommis­sion die zugesagten Zahlungen untersagen, entfällt für uns die Geschäftsgrundlage. Dann werden die Verhandlungen am 1. März 2021 erneut und unter anderen Voraussetzungen begin­nen.“

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Schließlich sehen die Gremien der EVG weiteren Verhandlungsbedarf bei der Frage der zu verein­barenden Lohnerhöhung. „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage, in der sich das Unter­nehmen befindet, sind wir bereit, eine moderate Lohnsteigerung zu vereinbaren. Unsere Kolle­ginnen und Kollegen wollen aber konkret wissen, wie hoch diese ausfallen wird und sich nicht auf komplizierte Berechnungsmethoden einlassen, die sich am monatlich schwankenden Preiskosten­index orientieren. Insofern fordern wir die Deutsche Bahn auf, mit uns eine Lohnerhöhung von 1,5 Prozent zum 1. Januar 2022 zu vereinbaren“, so Loroch. 


„Unabdingbare Voraussetzung für unseren Beitrag zum ‚Bündnis für unsere Bahn‘ ist, dass die Arbeitsplätze sicher bleiben und weiterhin im erforderlichen Maße im gesamten Konzern eingestellt wird. So lange wir daran Zweifel haben, werden die Mitglieder der Tarifkommission ihre Hand für einen Abschluss sicher nicht heben“, so der EVG-Verhandlungsführer. Deshalb sei es jetzt am Arbeitgeber hier endlich für Klarheit zu sorgen. Absichtserklärungen reichten nicht aus. Die EVG brauche „konkretere Zahlen und verbindlichere Zusagen.“

Weil der stark verschuldete DB-Konzern mit finanziellen Problemen – auch infolge der Corona-Krise – zu kämpfen hat, sollen beim Personal bis 2024 Einsparungen von rund zwei Milliarden Euro vorgenommen werden. Die Lokführergewerkschaft GDL hat Tarifverhandlungen daher mit der Deutschen Bahn bereits abgelehnt. Sie sieht Einsparungsmöglichkeiten an anderen Stellen – unter anderem in der Führung und Verwaltung sowie bei den zahlreichen Aktivitäten im Ausland.


red/EVG