Forderung der Grünen: Bundesregierung sollte sich für Nachtzug-Sprinter durch Europa einsetzen

Foto: iStock / Michael Nosek

Nach Ansicht der Grünen-Politiker Anton Hofreiter und Matthias Gastel sollte sich die Bundesregierung für Nachtzug-Sprinter durch Europa einsetzen.

Wie aus einem Positionspapier hervorgeht, aus dem ZEIT ONLINE berichtet, fordern die Grünen die Bundesregierung auf, sich für den Ausbau der Nachtzugverbindungen einzusetzen. „Die der­zeitige EU-Ratspräsidentschaft muss die Bundesregierung nutzen, um endlich ein modernes, dich­tes, europäisches Nachtzugnetz aufzugleisen“, erklärt Hofreiter. Die beiden Politiker schlagen vor, dass eine europäische Bahnagentur die Strecken und die Regeln für den Ticketverkauf EU-weit koordinieren sollte. Das sei nötig, weil es privaten Anbietern praktisch nicht möglich sei, für Verbin­dungen durch mehrere Länder die Preise für die Nutzung der Bahntrassen jeweils einzeln zu ver­handeln.

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Sobald die notwendigen Grundlagen geschaffen seien, halten es die Grünen für möglich, neben dem Ausbau des regulären Nachtzugnetzes europaweite Nacht-Sprinter-Verbindungen einzurich­ten, die in 8 bis 16 Stunden 1.000 bis 2.000 Kilometer zurücklegen könnten. „So kommen Rei­sende komfortabel über Nacht von Berlin nach Rom, von Köln nach Barcelona oder von Mün­chen nach Athen“, erklärt Gastel. Die Nacht-Sprinter könnten dem Papier zufolge eine „bequeme, klimafreund­liche Alternative“ zu Auto und Flugzeug sein.

Um das Reisen über die Landesgrenzen hinaus für die Kunden zu vereinfachen, sollten Bahnunter­nehmen dazu verpflichtet werden, in ihren Buchungsportalen Tickets für europäische Zugverbind­ungen anzubieten. „Ein internationales Bahnticket zu buchen, muss mindestens so einfach werden wie heute die Buchung eines Flugtickets“, heißt es laut ZEIT ONLINE in dem Papier.


Zudem ist es aus Sicht der Grünen essenziell, dass Deutschland einen nationalen Aufgabenträger bekomme. Diese gibt es bislang nur auf regionaler Ebene, um Nahverkehr zu bestellen und zu bezahlen. Ein nationaler Aufgabenträger könnte das Angebot im Fernverkehr unabhängig von der Wirtschaftlichkeit steuern und nach Vorstellung der Grünen mindestens alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern anbinden. Ein solcher Aufgabenträger sei in allen anderen europäischen Ländern längst Standard, sagt der Grünenabgeordnete Gastel.

Zu den größten Anbietern von Nachtzugverkehren in Europa gehört derzeit die Österreichische Bundesbahn (ÖBB). Die Deutsche Bahn hatte 2016 ihre letzten Nachtzugverbindungen eingestellt, weil sich der Betrieb nach eigenen Angaben nicht rentierte. Auch Frankreich und Schweden wollen bald weitere Nachtzugverkehre schaffen.


red