Pkw von Zug erfasst – Tödlicher Bahnübergangsunfall in Heide

Foto: Pixabay (Symbolbild) | aktualisiert am 15. September 2020, 23:26 Uhr

An einem unbeschrankten Bahnübergang in Heide (Schleswig-Holstein) hat sich am Dienstag (15. September) gegen 11:30 Uhr ein schwerer Unfall zwischen einem Zug und einem Pkw ereignet.

Bei der Kollision erlitt der 70-jährige Fahrer des Pkw tödliche Verletzungen. Wie die Polizeidirektion Itzehoe mitteilte, verstarb der Mann noch an der Unfallstelle.

Nach bisherigen Ermittlungen war der mit 17 Fahrgästen besetzte Zug, der sich auf dem Weg von Heide in Richtung Neumünster befand, am unbeschrankten Bahnübergang Dorfstraße/Futterkamp mit dem Renault Captur des Seniors zusammengestoßen. Der Pkw wurde bei der Kollision auf das angrenzende Feld geschleudert.

Infolge des Unfalls waren der Bahnübergang und die Bahnstrecke für längere Zeit gesperrt. Die Reisenden wurden aus dem Triebwagen evakuiert. Nach bisherigen Informationen erlitt der Trieb­fahrzeugführer einen Schock; die Fahrgäste blieben unverletzt.

Ob der 70-Jährige den Zug übersah oder ignorierte, ist unklar. Laut der Polizei ist die Bahnstrecke im Bereich des Bahnübergangs gut einsehbar.

Deutsche Bahn kündigt Nachrüstung einer Schrankenanlage an

Laut einem NDR-Bericht hat die Deutsche Bahn am Dienstagabend angekündigt, künftig am dortigen Bahnübergang eine Schranken- und Lichtzeichenanlage zu installieren. Wann die Nachrüstung erfolgen soll, ist aber nicht bekannt. Nach Angaben eines Sprechers der Stadt Heide könnte dies in drei bis vier Jahren soweit sein, berichtet der öffentlich-rechtliche Sender. Weil dies der Stadt offenbar zu lange dauert, will sich Bürgermeister Oliver Schmidt-Gutzat (SPD) für einen schnelleren Umbau einsetzen, heißt es.

Feuerwehrsprecher André Eichert hatte am Dienstag gegenüber Boyens Medien Kritik geäußert, wonach die Deutsche Bahn als Infrastrukturbetreiber eine Mitschuld an dem Unfall trage. Wörtlich sagte er: „Die DB Netz AG sieht dies hier offensichtlich nicht unbedingt als Unfallschwerpunkt – wir hingegen schon. Ich kann das auch überhaupt nicht nachvollziehen. Aber die Herschafften, die das dort entscheiden, sind auch nicht die, die hier die Toten aus den Autos bergen müssen.“


red