DB Cargo will mit neuer Strategie zum größten Bahnlogistiker Europas werden

Foto: DB AG / Patrick Kuschfeld

Mit der neuen Strategie „Starke Cargo“ will die Güterbahntochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, wieder profitabel werden. Güterbahn-Chefin Sigrid Nikutta verspricht nichts weniger als das Unter­nehmen zum „größten Bahnlogistiker Europas“ zu machen.

Neun Monate nach ihrem Amtsantritt als neue Vorständin für Güterverkehr bei der Deutschen Bahn, hat Sigrid Nikutta am Mittwoch ein neues Zukunftskonzept vorgelegt. Mit der Neuausrichtung will DB Cargo nach eigenen Angaben wieder verstärkt auf Bahnlogistik setzen und künftig deutlich mehr Service für die Kunden anbieten. Dafür soll das traditionelle Geschäftsmodell mit den Sparten Ganzzugverkehr, Einzelwagenverkehr und Kombinierter Verkehr um Dienstleistungen in der Bahn­logistik vergrößert werden. Bis spätestens Mitte der 20er Jahre will DB Cargo im Heimatmarkt Deutschland und in Europa kontinuierlich zum Schienenlogistiker werden und wieder nachhaltig profitabel sein.

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„Wir holen pro Jahr die Ladung von 25 Millionen Lkw von der Straße auf die klimafreundliche Schiene. Dazu wird die neue Bahnlogistik ganz entscheidend beitragen“, erklärt DB Cargo-Chefin Sigrid Nikutta. Die Kunden des Unternehmens sollen dabei mit viel einfacheren Zugängen zur Schiene und attraktiven Angeboten in Deutschland, Europa und in Asien überzeugt werden. Außerdem, so zeigt sich Nikutta optimistisch, wollen viele Kunden ihren ökologischen Fußabdruck mit CO2-freien Lieferketten, wie es sie nur mit dem Schienengüter­verkehr gebe, drastisch verkleinern. „Das sichert unseren rund 30.000 Mitarbeiter­innen und Mitarbeitern Arbeitsplätze und gibt das gute Gefühl, einen aktiven Beitrag zum Klima­schutz zu leisten. Die Schiene ist und bleibt im Fokus bei DB Cargo.“


DB Cargo profitiert nach eigenen Angaben auch von Metatrends: So wird für den gesamten Güterverkehrsmarkt bis 2030 ein Zuwachs von 30 Prozent prognostiziert. In Osteuropa entstehen immer mehr Industrieansiedlungen, die über die Schiene angebunden sind. Wie das Unternehmen betont, sei man bestens aufgestellt, da DB Cargo schon heute mit rund 4.200 Gleisanschlüs­sen und Aktivitäten in 17 Ländern über das stärkste Netzwerk aller Güterbahnen in Europa verfüge.

Was DB Cargo plant:

      • Der Einzelwagenverkehr soll wegen seiner großen volkswirtschaftlichen Bedeutung gestärkt werden. Über eine neue Express-Verbindung von Hamburg nach Köln rollen beispielsweise seit einigen Wochen über Nacht Konsumgüter und Lebensmittel ans Ziel. Weitere Relationen sollen folgen.
      • Um den Zugang zur Schiene zu erleichtern, sollen im Kombinierten Verkehr – der Verknüpfung von Straße und Schiene – die Anzahl der nationalen und internationalen Terminals und die Präsenz in den Häfen europaweit ausgebaut werden. Unter anderem ist geplant, Europas größte Häfen Rotterdam und Antwerpen ab Jahresende noch stärker in das Netzwerk von DB Cargo einzubinden.
      • Das größte Wachstum ist für den Ganzzugverkehr auf den europäischen Verkehrs­korridoren vorgesehen. Hier will DB Cargo noch stärker als bisher kundenspezifische Lösungen anbieten.

red