Deutsche Bahn: In Cottbus entsteht bis 2026 Europas modernstes Bahnwerk

Foto: DB AG

Die Stadt Cottbus im Süden Brandenburgs soll in einigen Jahren das modernste und um­weltfreundlichste Bahninstandhaltungswerk in Europa bekommen. Das kündigte der DB-Konzern am Donnerstag im Beisein politischer Vertreter an.

Nach Angaben der Deutschen Bahn werden bis zum Jahr 2026 insgesamt 1.200 neue und hoch­wertige Industriearbeitsplätze entstehen, darunter auch 100 Ausbildungsplätze. Das Werk ist das erste große Vorhaben, das auf Basis des Strukturstärkungsgesetzes des Bundes finanziert wird.  Mit dem Gesetz unterstützen Bund und Länder die vom Kohleausstieg betroffenen Regionen in Brandenburg, im Freistaat Sachsen, in Sachsen-Anhalt und in Nordrhein-Westfalen beim Aufbau zukunftsfähiger Arbeitsplätze und neuer Wirtschaftsstrukturen.

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Zweite wichtige Säule des Bahn-Engagements in der Lausitz ist laut DB-Angaben der Ausbau der Schienen­infrastruktur. Die Bahnstrecken von Cottbus nach Berlin, Leipzig, Dresden und Görlitz werden ausgebaut, elektri­fiziert und für höhere Geschwindigkeiten fit gemacht. Auch die Strecken nach Forst, Guben und in die polnische Nachbarregion erhalten eine umfassende Modernisierung.

Mit Baubeginn 2023 sollen am Standort des heutigen Bahnwerks Cottbus eine neue ICE-Halle für die schwere Instandhaltung von Elektrotriebzügen des Typs ICE 4, eine Halle für die Umrüstung von Dieselfahrzeugen auf Hybridtechnik mit Elektroantrieb sowie ein Technologiezentrum zur Hybridforschung und moderne Lehrwerkstätten entstehen.

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Die Pläne für Cottbus und die Lausitz stellten am Donnerstag der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) gemeinsam mit Ronald Pofalla, Vorstand Infrastruktur der Deutschen Bahn, und Prof. Sabina Jeschke, Vorstand Digitalisierung und Technik sowie den Ministerpräsidenten von Brandenburg und des Freistaates Sachsen, Dietmar Woidke und Michael Kretschmer vor.


„Die Braunkohle geht, die Bahn kommt“, sagte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. „Das Werk Cottbus, der Schienenausbau – das sind nicht bloß Projekte. Das sind Zukunftsperspektiven für eine ganze Region.“ Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Wir tun alles dafür, dass der Struktur­wandel in der Lausitz ein Erfolg wird. Mit der Bahn bringen wir jetzt mehr als tausend gute Arbeits­plätze und eine hochmoderne Infrastruktur in die Region. Das gibt einen Riesenschub für Cottbus und die gesamte Lausitz.“ Dank dem Strukturstärkungsgesetz, das seit Mitte August in Kraft ist, habe man jetzt Klarheit und auch die erforderlichen Mittel, um Zukunftsprojekte anzuschieben, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

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„Wir nutzen hier in Cottbus die Chance, das modernste Werk der Zuginstandhaltung Europas zu bauen“, so DB-Technikvorständin Prof. Sabina Jeschke. „Dieses Werk wird so weit automatisiert und digital gesteuert werden wie kein anderes und ist auch ein Leuchtturm für deutsche Ingenieurskunst.“ Roboter, lernende Maschinen und künstliche Intelligenz sollen den Werkstattaufenthalt der ICE-Züge radikal verkürzen. Die Fahrzeuge könnten so wieder viel schneller auf die Schiene. Bis 2026 wird die ICE-Flotte laut Jeschke auf mehr als 420 Fahrzeuge anwachsen.

Künftig werden im neuen Werk Cottbus ICE-Züge gewartet, repariert und von Grund auf umgebaut. Als einziger Standort in Deutschland rüstet Cottbus daneben ab 2026 Diesel- zu Hybridzügen um und sichert die Instandhaltung dieser Fahrzeuge. Im neuen Technologie- und Verwaltungszentrum widmen sich Experten der Hybridforschung. Das Bahninstandhaltungswerk in Cottbus existiert seit bald 150 Jahren. Mit seinen 420 Mitarbeitern gehört es heute zur DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH (FZI).


red