Deutsche Bahn AG: Konzernbetriebsrat fordert weiterhin mindestens 20.000 Neueinstellungen pro Jahr

Foto: DB AG

Der Konzernbetriebsrat der Deutschen Bahn AG (KBR DB AG) fordert die unveränderte Fortsetzung der Einstellungsoffensive.

Pro Jahr sollten mindestens 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neu eingestellt werden. Dies sei zwingend erforderlich, um die Folgen des demografischen Wandels aufzufangen und zugleich die Ziele der „Starken Schiene“ erreichen zu können, heißt es in einer Mitteilung des Konzern­betriebsrats am Dienstag. Die Interessenvertreter erinnern daran, dass der Arbeitgeber in seiner eigenen Ausbaustrategie über alle Geschäftsfelder hinweg angekündigt hatte, in den nächsten Jahren mindestens 100.000 neue Mitarbeitende rekrutieren, qualifizieren und integrieren zu wollen. Nur so sei die massive Verlagerung des Personen- und des Güterverkehrs auf die Schiene möglich.

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In seinem Statement sagte Jens Schwarz, Vorsitzender des KBR DB AG: „Selbstverständlich wissen wir, dass die Pandemie auch die DB AG schwer getroffen hat. Darüber dürfen wir aber nicht aus den Augen verlieren, dass durch den demografischen Wandel in den nächsten Jahren sehr viele Kolleginnen und Kollegen in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet werden. So verlieren einige Konzernunternehmen etwa die Hälfte ihrer Belegschaft. Dennoch wollen wir im Fernverkehr die Zahl der Reisenden verdoppeln und im Schienengüterverkehr den Marktanteil maßgeblich erhöhen. Dafür brauchen wir dringend neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und dies nicht allein in Engpassberufen wie Triebfahrzeugführer oder Fahrdienstleiter. Jetzt bei den Neueinstellungen zu sparen, führt schon in naher Zukunft zu erheblichen, langfristig nicht absehbaren Folgen.“


Der KBR DB AG fordert daher nach eigenen Angaben entschieden, auch im kommenden Jahr mindestens 20.000 neue Mitarbeitende an Bord zu holen. „Die 2020 erhöhten Einstellungszahlen bei den Auszubildenden und Dual Studierenden geht in die richtige Richtung. Dieser Weg muss jetzt weiter forciert werden, damit unsere Bahn mittelfristig handlungsfähig bleibt. Nur so können wir eine Verkehrsverlagerung und mit ihr die Klimaziele der Bundesregierung erreichen“, so Jens Schwarz in seiner Stellungnahme.

Im Rahmen des Tarifabschlusses zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Deutschen Bahn wurden für die Jahre 2021 und 2022 jeweils mindestens 18.000 Neueinstell­ungen vereinbart, darunter auch 4.400 Auszubildende.


Aufgrund der coronabedingt schwierigen wirtschaftlichen Lage beim DB-Konzern muss das Unternehmen bis 2024 rund zwei Milliarden Euro allein beim Personal einsparen.

In einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hieß es vor einigen Wochen, dass die Zahl der Neueinstellungen bis 2024 kontinuierlich auf 14.000 neue Mitarbeiter pro Jahr sinken soll. Das hatte der SPIEGEL im August berichtet. Für das laufende Jahr wird noch mit insgesamt knapp 25.000 Neueinstellungen gerechnet.


red