EU-Schienengipfel: Scheuer stellt Konzept für „Trans­Europ­Express 2.0“ vor

Foto: BMVI

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat sich am Montag mit seinen EU-Amtskollegen, der Europäischen Kommission sowie Vertretern der Eisenbahnunternehmen über einen leistungsfähigen modernen europäischen Schienenverkehr beraten. Dabei stellte der CSU-Politiker auch das Konzept für einen „TransEuropExpress (TEE) 2.0“ vor. Außerdem wurde die „Berliner Erklärung“ verabschiedet, um den Schienengüterverkehr zu stärken.

Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat das Konzept für einen „TransEuropExpress (TEE) 2.0“ erarbeitet. Mit dem Vorhaben könnten nach Ansicht des Ministeriums bestehende Zugverbindungen besser miteinander verknüpft werden. Laut dem Konzept könnte ein grenzüberschreitender Europa-Takt auf Basis nationaler Taktverkehre und Verbindungen mit Hochgeschwindigkeitszügen und Nachtzügen entstehen, die von den Unternehmen eigenwirtschaftlich betrieben werden. So könnten beispielsweise Verbindungen von Paris über Brüssel und Berlin nach Warschau oder von Berlin über Frankfurt, Straßburg und Lyon nach Barcelona entstehen.

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Um den TEE 2.0 auf den Weg zu bringen, bräuchte es zudem eine digitale Buchungsplattform für europäische Bahnverbindungen. Erste Vorschläge seien hierzu bereits von der Deutschen Bahn und weiteren europäischen Eisenbahnunternehmen erarbeitet worden.

Das BMVI hofft, dass noch während der deutschen Ratspräsidentschaft bis zum Jahresende eine Absichtserklärung für dieses Vorhaben unterzeichnet werden kann.

Weil Fahrzeuge für den grenzüberschreitenden Verkehr aufgrund der unterschiedlichen Strom- und Zugsicherungssysteme sowie der höheren Anforderung an die Ausstattung teurer sind, als jene, die nur national eingesetzt werden, will sich Deutschland für ein entsprechendes EU-Förderprogramm einsetzen.


Berliner Erklärung

Ein weiteres Thema des EU-Schienengipfels war die Verabschiedung der 🔗Berliner Erklärung“, mit der sich die deutsche Ratspräsidentschaft laut BMVI klar zum Schienengüterverkehr bekennt.

Gestärkt werden soll der Schienengüterverkehr durch:

      • die Digitale Automatische Kupplung,
      • den weiteren Ausbau digitaler Leit- und Sicherungstechnik ERTMS/ETCS und digitaler Stellwerke
      • den digitalen Datenaustausch bei Logistikprozessen und im Verkehrsmanagement,
      • mehr Kapazität von Infrastrukturen und Terminals,
      • bessere Interoperabilität,
      • den Einsatz von 740 Meter langen Zügen,
      • die weitere Stärkung des Kombinierten Verkehrs,
      • wirksamen Lärmschutz an der Schiene, und
      • gut ausgebildetes Personal.

red