Knorr-Bremse integriert Systeme zur Umfelderkennung in Rangierloks – Prototypentests bei SBB Cargo

Foto: Rail Vision

Der Bremsen- und Systemhersteller Knorr-Bremse und das israelische Start-up Rail Vision rüsten mehrere Rangierlokomotiven von SBB Cargo in der Schweiz mit einem ferngesteu­erten Rangiersys­tem inklusive Hinderniserkennung aus.

Das für den Rangierbetrieb entwickelte System, welches eine Fernsteuerung des Unternehmens Schweizer Electronic beinhaltet, arbeitet mit elektrooptischen Sensoren in Kombination mit künstlicher Intelligenz und Deep Learning. Das System ist laut Herstellerangaben in der Lage, Hindernisse auf und entlang der Schienen zu erkennen. Außerdem erkennt die Technik Weichen und überwacht Signale sowie Wegstrecken bis zu einer Entfernung von 200 Metern. Wird ein Objekt als potenzielles Hindernis erkannt und klassifiziert, erhalten der Fahrzeugführer sowie optional auch die Leitstelle in Echtzeit ein visuelles und akustisches Warnsignal.

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Wie eine Sprecherin von Knorr-Bremse erklärt, können die Prototypensysteme die Steuerung von Rangiervor­gängen durch einen einzelnen Bediener ermöglichen. Bislang sind hierfür in der Regel zwei Personen erforder­lich: ein Lokomotivführer und ein Rangierbegleiter, der dem Lokführer von außen über Funk mögliche Hinder­nisse und den verbleibenden Abstand zu anderen Fahr­zeugen mitteilt. Laut Knorr-Bremse kommt diese Inno­vation zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da mehrere Betreiber mittelfristig Personalengpässe erwarten.


Nach dem Abschluss der Prototypentests Ende des ersten Quartals 2021 wollen die Partner weitere geschäftliche Optionen zur Integration der Systeme in Schienengüterfahrzeuge prüfen.

Knorr-Bremse und Rail Vision sind seit März 2019 Partner im Bereich der Entwicklung von Systemen zur Hinderniserkennung für Schienenfahrzeuge. Knorr-Bremse hatte damals für 10 Millionen US-Dollar einen Anteil von 21,3 Prozent an dem israelischen Start-up übernommen.


red