Lokführermangel in der Schweiz – SBB hat Interesse an Swiss-Piloten

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Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) haben Interesse an Piloten der Lufthansa-Tochter Swiss. Einem Medienbericht zufolge gibt es Überlegungen für Kooperationen.

Da sich die Luftfahrtbranche möglicherweise erst in einigen Jahren wieder von der Corona-Krise erholen wird, könnte in nächster Zeit ein massiver Stellenabbau drohen. Wie die Luzerner Zeitung kürzlich berichtete, habe es daher bereits erste, unverbindliche Kontakte zwischen beiden Unter­nehmen gegeben. Und dem Bericht zufolge scheint das Interesse, teilweise oder ganz von den Wolken auf die Schienen zu wechseln, auch zu bestehen. Schon heute gebe es einige ehemalige und aktive Flugzeugpiloten im Lokführer-Team, heißt es von Seiten der SBB. „Wir erhalten aktuell viele Bewerbungen aus der Flugbranche, vor allem im Grossraum Zürich“, erklärte ein SBB-Sprecher gegenüber der Zeitung. Die Ausbildung zum Lokführer dauert eineinhalb bis zwei Jahre.


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Für die SBB könnte der Wechsel von der Luftfahrt zur Eisenbahn eine Chance sein. Denn das Schweizer Bahnunternehmen sucht händeringend nach Fachkräften für den Einsatz im Führer­stand. „Wie bekannt, haben wir den Bedarf an Lokpersonal in den vergangenen Jahren unter­schätzt und die Rekrutierung zu defensiv geplant“, gesteht der SBB-Sprecher ein. Die Corona-Krise verzögere zudem die Aus- und Weiterbildung. Deshalb fallen gar mehrere Zugverbindungen aus, je nach Region sogar bis Frühling 2021.

Laut dem Zeitungsbericht ließ der SBB-Sprecher durchblicken, dass für Swiss-Piloten ein verein­fachtes Einstellungsverfahren möglich wäre, auch wenn die Vorgaben für die Tauglichkeit und die Zulassung durch das Bundesamt für Verkehr erlassen würden.


red