ÖBB: Baustart für Modernisierung des slowenisch-österreichischen Karawankentunnels

Foto: ÖBB

Seit wenigen Wochen laufen die Modernisierungsarbeiten am Karawankentunnel. Der slowenisch-österreichische Bahntunnel wird bis September 2021 auf einen modernen Sicherheitsstand gebracht – und damit fit für die nächsten Jahrzehnte gemacht.

Der knapp acht Kilometer lange Bahntunnel, der Teil der Strecke München – Salzburg – Ljubljana – Thessaloniki ist und zum EU-Güterverkehrskorridor gehört, wurde 1906 erstmals in Betrieb genom­men. Um die Infrastruktur im Tunnelbereich auf einen modernen Sicherheitsstand zu bringen, wird das Bauwerk bis September 2021 umfassend saniert und aufgerüstet. Österreich und Slowenien arbeiten dabei zusammen. Die ÖBB investieren nach eigenen Angaben rund 73 Millionen Euro.

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Leonore Gewessler, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie: „Auf unserem Ziel zu Klimaneutralität in Österreich bis 2040 spielt die Mobilitätswende eine große Rolle. Dafür müssen wir auch noch mehr Güterverkehr auf die Bahn bringen. Eine moderne Infrastruktur bildet dafür die Basis und darauf zielt auch diese Investition ab. Der Karawan­kentunnel als wichtige Güterverkehrs-Verbindung im Herzen Europas wird dazu beitragen, unseren Wirt­schafts­standort weiter zu stärken und Österreich dabei klima- und zukunftsfit zu machen.“

Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender ÖBB: „Der Karawankentunnel ist das Herzstück der Güterverbindung zwischen den Adriahäfen Koper bzw. Rijeka und den österreichischen bzw. süddeutschen Wirtschaftsräumen, weshalb die Achse noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. Nach 115 Jahren lassen wir den wichtigen Bahntunnel schließlich in eine neue Etappe starten. Rundumerneuert, sicherer und effizienter.“

Peter Kaiser, Landeshauptmann Kärnten: „Jede Investition in eine moderne Bahn ist eine nach­haltige und kluge Investition. Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit entstehen durch die Moderni­sierung des Karawankentunnels auch neue wirtschaftliche Impulse für die Region – sowohl während dem Bau als auch danach.“


Damit der Bahntunnel künftig moderne Sicherheitsstandards erfüllen kann, ist ein größerer Tunnel­querschnitt pro Gleis notwendig, als das vergleichsweise vor 115 Jahren der Fall war – etwa für Rettungswege, Brandschutzmaßnahmen und Kommunikationssysteme. Aus diesem Grund wird der Karawankentunnel zu einem modernen, eingleisigen Bahntunnel umgebaut, der dann laut der ÖBB trotz einem Gleis weniger, deutlich leistungsfähiger werden soll. Der modernisierte Bahntunnel erlaubt höhere Geschwindigkeiten (bis zu 120 km/h) und aufgrund moderner Leit- und Sicherungs­technologie auch dichtere Taktungen.

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Der Bahntunnel erhält einen durchgängigen Rettungsweg, neue Brandschutzanlagen und ein ausfallsicheres Kommunikationssystem. Darüber hinaus wird eine neue Deckenstromschiene installiert. Zusätzlich werden das Tunnelgewölbe und die denkmalgeschützten Portalbau­werke saniert sowie eine zeitgemäße Entwässerung eingebaut. Auch an den Streckenabschnitten zu den Portalen finden umfangreiche Modernisierungsarbeiten statt.

Die Hauptbaumaßnahmen werden bis September 2021 durchgeführt. Dazu muss der Bahntunnel zwischen dem 5. Oktober 2020 und dem 10. Juli 2021 für den gesamten Bahnverkehr gesperrt werden. Der Güterverkehr wird während der Gesamtsperre größtenteils über Spielfeld umgeleitet. Für den Personenverkehr zwischen Villach Warmbad und Rosenbach wird aufgrund der Bautätigkeiten vom 5. Oktober 2020 bis 4. April 2021 ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.


red