Deutsche Bahn erhält Auszeichnung für Engagement zugunsten Biologischer Vielfalt

Foto: DB AG / S. Lux

Die Deutsche Bahn sucht gemeinsam mit den Projektpartnern des EU-Projekts LIFE BooGI-BOP nach pragmatischen Lösungen für mehr Biologische Vielfalt auf ihren Betriebsstand­orten. Eines der ersten greifbaren Ergebnisse ist eine ökologisch optimierte Planung und Umsetzung der im Zuge des Ausbaus des Standorts Berlin-Rummelsburg umgestalteten Flächen. Dafür wird der Standort mit einer Informationstafel als offizieller Teilnehmer des Projekts ausgezeichnet.

Als eine der größten Grundbesitzerinnen Deutschlands trägt die Deutsche Bahn eine besondere Verantwortung für den Erhalt und die Förderung der Biologischen Vielfalt im Land. Daher kooperiert das Unternehmen unter anderem mit dem EU-weiten Projekt LIFE BooGI-BOP. Dessen Ziel ist die europaweite Verbreitung der Idee, auf Gewerbestandorten Biologische Vielfalt zu fördern, wo dies mit dem Betriebsablauf vereinbar ist. Eine der zahlreichen Aktivitäten im Projekt ist die Entwicklung und Erprobung von Lösungen, eine biodiversitätsfreundlichere Gestaltung in das Liegenschafts­management großer Unternehmen zu integrieren, die über zahlreiche Standorte verfügen.

In Berlin-Rummelsburg befindet sich eines von insgesamt neun Instandhaltungswerken der DB Fernverkehr AG. Die deutschen Projektpartner von LIFE BooGI-BOP haben die Standortverant­wortlichen hinsichtlich ökologischer Potentiale beraten, die im Rahmen der anstehenden Erweiter­ung des Werks möglich sind: Gerade im Falle von Standorterweiterungen lassen sich im Zuge der Baumaßnahmen oft ökologisch höherwertige Gestaltungsalternativen mit minimalem oder sogar ohne Mehraufwand umsetzen.

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So wurden auf Anregung von Bodensee-Stiftung, Global Nature Fund (GNF) und dem Institut für Lebensbezogene Architektur bereits innerhalb der noch laufenden Bauphase artenreiche Wild­blumenmischungen statt monotonem Landschaftsrasen angesät und die Pflege der Grünflächen extensiviert. Außerdem bemüht sich die Deutsche Bahn darum, ihre Auszubildenden miteinzu­beziehen und für die Belange des Artenschutzes zu sensibilisieren. Im Rahmen der Initiative „Azubis pro Umwelt“ haben sie eine weitere Fläche mit einer artenreichen Wildblumenmischung aufgewertet und eine Nisthilfe für Hummeln sowie ein Insektenhotel installiert.

Stellvertretend für die Partner des Projekts LIFE BooGI-BOP übergab Katja Weickmann vom Global Nature Fund am Montag eine Informationstafel, die den Standort Berlin-Rummelsburg als aktiven Teilnehmer von LIFE BooGI-BOP auszeichnet: „Sehen heißt glauben: Unternehmensstandorte, die mit gutem Beispiel vorangehen, sind unverzichtbar, um zu zeigen, wie mit wenig Aufwand ein substantieller Beitrag zum Erhalt der Biologischen Vielfalt erreicht werden kann – der ganz nebenbei auch noch die Attraktivität des gesamten Standorts erhöht“, erklärt Weickmann. Letztlich sei die Hoffnung aller Beteiligten, dass weitere Unternehmen ihre Standorte aufwerten – mit großen oder kleinen Maßnahmen.


Sven Schulz, Projektleiter bei der Bodensee-Stiftung, der LIFE BooGI-BOP koordiniert, erklärt die nächsten Schritte: „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn werden wir schauen, welche Maßnahmen eine breitere Anwendung an anderen Standorten erfahren können – was eine nicht ganz einfache Aufgabe ist: Gerade ein so großes Unternehmen wie die Bahn ist einer ganzen Reihe von Zwängen unterworfen, die Strukturen sind komplex. In Rummelsburg hat alles gepasst: Eine Standortleitung, die der Idee gegenüber sehr offen ist, kompetente und engagierte Mitarbeiter der DB wie der Umweltkoordinator Herr Sigrist, offene und begeisterungsfähige Projektleiter und ein sehr kooperatives Planungsbüro haben sich sehr früh mit den Möglichkeiten ökologischer Optimierungen auseinandergesetzt. Außerdem hatten wir sehr gute Standortbedingungen für die Ansaat hochwertiger Wildblumenmischungen.“

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Michael Hölzinger ist für die Deutsche Bahn im Bereich Corporate Real Estate tätig und betreut die Kooperation mit LIFE BooGI-BOP seitens der Deutschen Bahn. Er erläutert: „So einfach ist es natürlich nicht immer: Gerade in aufwendigeren Projekten mit engen Zeitplänen und komplexen Abläufen, die mit zahlreichen Akteuren abgestimmt werden müssen, ist es sinnvoll, die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt für die Idee zu begeistern. Die Akteure vor Ort werden dabei mit Fachwissen unterstützt. Denn: Ein Bauingenieur ist nicht immer ein Biodiversitätsexperte. Und die Maßnahmen müssen auch den wirtschaftlichen Anforderungen Rechnung tragen. Denn am Ende zahlen unsere Fahrgäste, gegenüber denen wir in der Verantwortung stehen, nachhaltige, aber eben auch kostengünstige Mobilität bereitzustellen.“


red