Medienbericht: Deutsche Bahn will offenbar Stellen in der Konzernzentrale streichen

Foto: DB AG

Die Corona-Krise hat den Verkehrsunternehmen stark zugesetzt. Der Staatskonzern Deutsche Bahn muss mehrere Milliarden Euro einsparen. Ob das gelingt, ist unklar.

Laut einem Bericht des Handelsblatt sollen Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe unter anderem durch ausfallende Boni und Erfolgsprämien bei Führungskräften und Bahnvorstand erreicht werden. Im Mai hatte der Vorstand den erwarteten Einspareffekt noch auf 150 bis 180 Millionen Euro beziffert. Darüber hinaus sei nach Informationen der Zeitung aber auch die Streichung von Stellen in der Berliner Konzernzentrale möglich. Die Kostenersparnis könnte hier dem Bericht zufolge bei rund 175 Millionen Euro liegen, heißt es.

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Ob es der Deutschen Bahn gelingt rund 1,85 Milliarden Euro an Personal­kosten bis 2024 einzusparen, bleibt abzuwarten. Dem Handelsblatt zufolge sollen weitere Einspa­rungen in gleicher Höhe zudem im Bereich Einkauf erzielt werden. Auch hier ist unklar, ob die ebenfalls Corona-gebeutelten Zulieferer zu Zugeständ­nissen bereit sein werden. Denn bei der Beschaffung von neuen ICEs, Lokomotiven oder Waggons, wofür der Konzern 18 Milliarden Euro eingeplant hat, ist laut dem Bericht wahrscheinlich wenig Sparpotenzial zu erwarten.



Nach Prognosen des Bundesverkehrsministeriums rechnet die Deutsche Bahn wegen der Corona-Krise bis zum Jahr 2024 mit Verlusten in Höhe von mindestens rund 11 Milliarden Euro. Bereits im ersten Halbjahr 2020 fuhr das Unternehmen ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ein.

Neben notwendigen Einsparungen in Höhe von insgesamt rund 4,1 Milliarden Euro sieht der Bund für den verschuldeten Staatskonzern eine Kapitalerhöhung von rund fünf Milliarden Euro vor.

Wie der kommissarische Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, im Interview mit dem Handelsblatt sagte, kann der DB-Konzern dank dem kürzlich abgeschlossenen Tarifvertrag die Personalkosten bereits um 1,1 Milliarden Euro drücken.


red