Leo Express: Früherer FlixTrain-Partner meldet in Deutschland Insolvenz an

Foto: FlixTrain

Der private Bahnbetreiber Leo Express hat für seine Gesellschaft in Deutschland Insolvenz angemeldet. Als Grund nennt das Unternehmen noch immer ausstehende Zahlungen des früheren Kooperations­partners FlixMobility.

Mit Beginn der Corona-Pandemie im März wurde Leo Express von FlixMobility aufgefordert, den Zugverkehr für die Marke FlixTrain auf der Verbindung Berlin – Stuttgart einzustellen. Nach Angaben des tschechischen Bahnbetreibers erfolgte diese Entscheidung von Seiten FlixMobility „lediglich aus wirtschaftlichen Gründen“ – eine behördliche Anordnung habe es nicht gegeben, schreibt Leo Express in einer Mitteilung. „Aufgrund der monopolartigen Stellung der FlixBus-Gruppe im deutschen privaten Fernverkehr besteht für Leo Express keine Möglichkeit, die Verkehre mit einem anderen Partner fortzuführen“, teilte das Unternehmen zudem mit.


Infolge der Betriebseinstellung und wegen ausstehender „erheblicher Verbindlichkeiten“, die sich laut einem Medienbericht auf mehrere Millionen Euro belaufen sollen, war das Management von Leo Express nun nach eigenen Angaben gezwungen, einen Insolvenzantrag für die Leo Express Gesellschaft in Deutschland zu stellen. Dem Bahnunternehmen zufolge werde der Insolvenz­verwalter weiterhin in dieser Angelegenheit tätig sein und die erheblichen Ansprüche gegen FlixMobility weiterverfolgen.

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In der Mitteilung von Leo Express heißt es zudem: „Die FlixBus-Gruppe nutzt ihre monopolartige Stellung auf dem deutschen Markt rücksichtslos aus und schädigt so nicht nur Leo Express und diverse deutsche mittelständische Subunternehmen, sondern auch den Prozess der Eisenbahn­liberalisierung in Europa.“ Leo Express habe auf seinen Strecken in der Tschechischen Republik, der Slowakei und Polen bewiesen, dass es möglich sei, privaten kommerziellen Schienenverkehr erfolgreich zu betreiben.

In Zukunft will sich Leo Express in Deutschland auf Regionalverkehre konzentrieren.

Leo Express kritisiert vorgesehene Kapitalerhöhung für DB-Konzern

Ein weiterer Schlag für Leo Express in Deutschland sei nach Angaben des Unternehmens der Beschluss der Bundesregierung gewesen, die Deutsche Bahn insbesondere durch eine Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe zu unterstützen, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bewältigen. „Das Vorgehen der Bundesregierung führt de facto zur Entstehung von Monopolisten für den Schienen- und Busfernverkehr.“


red