Abellio weist Spekulationen über mögliche Einstellung des Zugverkehrs in Deutschland zurück

Foto: Abellio | aktualisiert am 11. Oktober 2020, 20:45 Uhr

Das private Bahnunternehmen Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn NS (Nederlandse Spoorwegen), hat Spekulationen über die Einstellung des Zugverkehrs in Deutschland zurückgewiesen.

Wie bereits berichtet, steckt die NS-Tochter Abellio in Deutschland in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Verlust von 32,7 Millionen Euro. Und ein Ende des Negativtrends ist nicht in Sicht.

Aufgrund der dramatischen Entwicklung und nach Aussagen des NS-Finanzvorstands Bert Groenewegen hatte die Neue Ruhr Zeitung (NRZ) am Samstag berichtet, dass sich das Unter­nehmen möglicherweise schon zum Jahresende 2020 vom deutschen Markt zurückziehen könnte. Abellio-Unternehmenssprecher Rainer Thumann wies diese Spekulationen nun „vehement“ zurück.



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In der Stellungnahme von Abellio, die das Unternehmen am Sonntag veröffentlicht hat, heißt es: „Die NRZ-Redaktion nimmt Aussagen von Bert Groenewegen, Finanzvorstand von Nederlandse Spoorwegen (NS), in der niederländischen Wirtschaftszeitung NRC zum Anlass, die weitere Erfüllung der Verkehrsverträge in Frage zu stellen.“ Die vom Autor zitierten Aussagen von NS-Vorstand Groenewegen „geben dies nicht her.“ Vielmehr wies Groenewegen laut Abellio darauf hin, dass ein dauerhaft negatives Jahresergebnis für den Abellio-Mutterkonzern nicht hinnehmbar sei, heißt es. „Zur Lösung der strukturellen Probleme im deutschen SPNV-Markt befindet sich Abellio in intensiven Gesprächen mit den einzelnen Aufgabenträgern. Abellio hat bereits mehrfach in den zurückliegenden Tagen dargelegt, den langfristig eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen nach bestem Wissen und Gewissen nachkommen zu wollen.“

NS-Finanzvorstand Bert Groenewegen hatte in der NRC gesagt:

      • „Wenn die Probleme nicht gelöst sind, müssen wir unsere Position überdenken.“; „Ich bin mir nicht sicher. Wir sollten unsere Position in Deutschland nicht um jeden Preis halten.“
      • „Dies sind langfristige Verträge bis 2030 oder 2032. Wenn wir keine Lösung finden, müssen wir sie vorzeitig kündigen. Unsere Kunden verstehen, dass wir zwölf Jahre nicht verlieren wollen. Dies ist kein nachhaltiges Modell.“
      • „Unsere Aktivitäten im Ausland müssen Geld generieren und zu guten internationalen Verbindungen und einem besseren grenzüberschreitenden Verkehr beitragen. Das ist für mich der Ausgangspunkt.“

red