Zug entgleist nach gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr – Bundespolizei ermittelt ersten Tatverdächtigen

Foto: Feuerwehr Paderborn

Ein Triebwagen der Nordwestbahn (NWB) ist am Sonntagnachmittag (11. Oktober) gegen 17:15 Uhr im Bereich des Bahnhofs Paderborn-Sennelager in Nordrhein-Westfalen entgleist.

Wie ein Bundespolizeisprecher erklärte, hatte der Zug bei der Einfahrt in den Bahnhof ein im Gleis liegendes Stahlprofil in der Größe 120 x 10 x 10 cm überfahren. Zum Unfallzeitpunkt war der Zug mit einer Geschwindigkeit von 70 km/h unterwegs. Durch das Hindernis im Gleis wurde eine Achse aus dem vorderen Drehgestell herausgerissen und der vordere Teil des Zuges entgleiste etwa 300 Meter vor dem Bahnsteig.

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Der Lokführer der Nordwestbahn wurde durch umherfliegende Glassplitter einer Glastür am Bein verletzt. Er wurde zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Für die rund 80 Fahrgäste verlief der Unfall Polizeiangaben zufolge glimpflich. Die Reisenden wurden durch die Feuerwehr unverletzt evakuiert und konnten ihre Fahrt später mit Bussen fortsetzen.

Wie die Bundespolizei am Montag bekanntgab, konnten Augenzeugen zwei Kinder beobachten, die kurz nach dem Unfall vom Tatort flüchteten. Durch weitere Hinweise gelang es den Beamten der Bundespolizei bereits, einen elfjährigen Tatverdächtigen zu ermitteln. Er räumte die Tat ein.


Ob es noch weitere Tatbeteiligte gibt, sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Außerdem ermittelt die Bundespolizei, woher das Stahlprofil, ein Bauteil zur Ladungssicherung auf Güterwagen, eine sogenannte „Runge“, stammte. Am Zug, sowie am Gleisbett entstand laut der Bundespolizei ein erheblicher Sachschaden, der nach Einschätzung eines Bahnmitarbeiters „sicherlich im sechsstelligen Euro-Bereich“ liegen könnte.

Die Bergung des Zuges dauerte bis in die Nacht an. Die Instandsetzung des Gleises werde vermutlich bis in die Nachmittagsstunden andauern.


red